Automobilbau

GM-Manager rechnet nicht mit Jobabbau bei Opel

Die Krise beim amerikanische Autobauer General Motors droht auch die deutsche Tochter Opel mit in den Abgrund zu ziehen. Morgenpost Online fragt den Europa-Präsident von General Motors, Carl-Peter Forster, nach die Sicherheit der Arbeitsplätze und nach der Zukunft der deutschen Traditionsmarke.

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Morgenpost Online: Herr Forster, ist Opel pleite?

Carl-Peter Forster: Nein, Opel ist nicht pleite.

Morgenpost Online: Warum haben Sie dann staatliche Bürgschaften nachgefragt?

Forster: Wir reden über eine Bürgschaft, die wir nur für den Fall brauchen, dass es in den Vereinigten Staaten größere Probleme geben sollte und der Zahlungsverkehr von der Mutter aus nicht mehr gewährleistet sein sollte.

Morgenpost Online: Haben Ihre Chefs bei GM in Amerika Druck gemacht?

Forster: Ich wende mich gegen Legendenbildung. Die Arbeit im Konzern hat nichts mit innerem Druck zu tun. Wir sind ein globales Team in einer schwierigen Zeit. Getrieben sind wir aber vor allem durch eines: Wir wollen die besten Produkte in der besten Qualität erfolgreich auf die Märkte bringen. Diesen Druck machen wir uns selbst.

Morgenpost Online: Wie hoch ist der tatsächliche Geldbedarf?

Forster: Wir haben mit der Bundesregierung über eine finanzielle Spannbreite gesprochen, die den schlechtesten aller möglichen Fälle inkludiert. In Zusammenarbeit mit dem Bundesfinanzministerium werden wir jetzt eine exakte Summe erarbeiten, die auch von den Prognosen für den Automobilmarkt in den kommenden zwei Jahren abhängt.

Morgenpost Online: Wie lange könnte Opel ohne Bürgschaft bei einem Konkurs des Mutterkonzerns seine Geschäfte fort?führen?

Forster: Die Liquidität ist auch ohne Bürgschaft bis weit ins Jahr 2009 gesichert.

Morgenpost Online: Kann Opel überhaupt ohne die amerikanische Mutter General Motors existieren?

Forster: Opel ist seit 80 Jahren ein Teil von GM. Wir sind allerdings auch in Europa sehr eng verflochten und haben Werke in verschiedenen Ländern. Und wenn wir dort Komponenten nutzen, die in Deutschland entwickelt oder produziert wurden, helfen auch diese Werke, Arbeit in Deutschland zu sichern. Klar ist: Die deutsche Adam Opel GmbH hat nur im Verbund mit unseren Landes- und Vertriebsgesellschaften eine starke Zukunft.

Morgenpost Online: Wie gefährdet sind die Arbeitsplätze bei Opel?

Forster: Wir müssen uns auf harte Zeiten nicht nur bei Opel, sondern in der gesamten Automobilbranche einstellen. Es geht darum, das operative Geschäft an die Marktsituation anzupassen. Das bedeutet Einschnitte und fordert von allen Beteiligten Zugeständnisse. Unser Sparprogramm wollen wir ohne Personalabbau darstellen.

Morgenpost Online: Müssen Werke geschlossen werden?

Forster: Wir sind mit unseren Arbeitnehmervertretern in Verhandlungen wie wir noch effizienter werden können. Werksschließungen, Werksverkäufe oder Arbeitsplatzabbau stehen dabei nicht auf der Tagesordnung.

Morgenpost Online: Wo steht Opel in fünf Jahren?

Forster: Oben. Der aktuelle „Harbour Report“ zeigt, dass wir hochproduktive Werke haben. Die Qualitätsstudie der „Auto Bild“ weist Opel als beste deutsche Marke aus, und der Insignia wurde ganz aktuell zum Auto des Jahres gewählt.