Streit um Rettungspaket

Bush-Regierung blockiert Hilfe für US-Autobauer

Die Autobauer General Motors, Ford und Chrysler warnen vor einem Zusammenbruch ihrer Unternehmen. Mehrere Millionen Arbeitsplätze stehen laut Managern auf dem Spiel. Grund für das Horror-Szenario: Im US-Kongress streiten die Parteien über eine Milliarden-Stütze für die angeschlagene Branche.

Die ums Überleben kämpfenden US-Autobauer müssen weiter auf die staatliche Milliarden-Finanzspritze warten. Im Senat in Washington wurde eine Abstimmung über das Rettungspaket abgesagt. Aus dem Paket für die Banken in Höhe von 700 Milliarden Dollar sollten eigentlich 25 Milliarden für General Motors, Ford und Chrysler abgezweigt werden.

Die Konzerne warnen, dass bei ihrem Zusammenbruch Millionen von Arbeitsplätzen auf dem Spiel stehen. Mit ihren Anträgen stoßen die sogenannten Big Three aber auf große Skepsis bei republikanischen Abgeordneten und der Regierung von US-Präsident George W. Bush.

Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, erklärte, eine Gruppe aus Demokraten und Republikanern aus US-Staaten mit Produktionsstandorten der Autoindustrie versuche nun, sich auf ein abgespecktes Hilfspaket zu verständigen.

Abgeordnete und die Regierung schoben sich gegenseitig die Schuld für die Verzögerung zu. Bush-Sprecherin Dana Perino forderte den Kongress auf, nicht in die zweimonatige Ferienzeit zu gehen, ohne das Problem gelöst zu haben. Demokratische Abgeordnete verwiesen dagegen darauf, dass die Regierung schon jetzt Nothilfen zur Verfügung stellen könne. Bush lehnt dies aber ab. Möglicherweise treffen sich die Abgeordneten noch einmal Anfang Dezember, um abzustimmen.

Republikanische Abgeordnete im Kongress begründen ihren Widerstand mit der These, die Konzerne hätten viele der Probleme selbstverschuldet. Die Hersteller hätten vor allem auf große, Sprit fressende Autos statt auf energieeffiziente Wagen gesetzt.

GM-Chef Rick Wagoner hatte die Abgeordneten gewarnt, dass beim Zusammenbruch der drei Konzerne allein im ersten Jahr drei Millionen Arbeitsplätze verloren gehen könnten. GM und Chrysler könnten nach eigenem Bekunden ohne Hilfen innerhalb von Wochen zusammenbrechen. Nach Darstellung der Konzerne würde eine Insolvenz mindestens ein weiteres Unternehmen mit in den Abgrund reißen. Die GM-Tochter Opel möchte wegen der Turbulenzen des Mutterkonzerns in Deutschland eine Staatsbürgschaft von Bund und Ländern in Milliardenhöhe.

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