Fluggesellschaften

Lufthansa will bei Austrian Airlines einsteigen

Jetzt ist es offiziell: Die Lufthansa hat ernsthaftes Interesse an einer Beteiligung an Austrian Airlines. Mit einem Schreiben an die Investmentbank Merril Lynch hat die deutsche Fluglinie ihr Interesse bekundet. Austrian Airlines war durch stark gestiegene Treibstoffkosten in Bedrängnis gekommen.

Die Lufthansa ist an einer Beteiligung an der angeschlagenen österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) interessiert. Dies sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Montag in Frankfurt. Interessenten hatten bis Sonntag Zeit, ihr Interesse für den Kauf des 42,8-prozentigen Anteils der österreichischen Staatsholding ÖIAG an der AUA anzumelden. Der österreichische Staat will sich von der Beteiligung an der Fluglinie trennen und hat dabei auch einer Mehrheitsübernahme durch einen ausländischen Investor unter bestimmten Auflagen zugestimmt. Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am Sonntag berichtete, erhalten „geeignete Investoren“ Informationen über den Verkaufsprozess und haben bis zum 12. September Zeit, ihre Konzepte zu präsentieren. Neben der Lufthansa gelten auch Air France/KLM und Turkish Airlines als Interessenten.


Die österreichische Staatsholding ÖIAG hält für den Staat 42,8 Prozent der Aktien des Unternehmens. Die österreichische Bundesregierung hatte zuvor dem Komplettverkauf zugestimmt. Zu den Auflagen gehören jedoch, dass eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie in österreichischem Besitz bleibt. Außerdem soll der Firmensitz in Österreich bleiben und die Fluggesellschaft ihren Namen behalten. Die AUA wird nach Schätzungen des Vorstandes in diesem Jahr ein Defizit von mindestens 70 Millionen Euro einfliegen. Der Verkauf soll bis zum Jahresende abgeschlossen werden.