WELT-Wirtschaftsgipfel

Top-Manager unterstützen Merkels Plan

Das von der Bundesregierung beschlossene milliardenschwere Hilfspaket für den Finanzsektor findet in der deutschen Wirtschaft große Zustimmung. Das zeigte sich am Montag auch auf dem WELT-Wirtschaftsgipfel in Berlin, zu dem rund 50 hochrangige Manager angereist waren.

Foto: M. Lengemann

Zwar seien die Auswirkungen der Krise in vielen Branchen noch nicht direkt zu spüren. Wenn die Abwärtsspirale an den Finanzmärkten aber nicht wirksam gestoppt werde, drohe der gesamten Wirtschaft ein schwerer Rückschlag, hieß es unisono.

Dabei spielen Sorgen wegen möglicher negativer Rückwirkungen auf den Konsum ebenso eine Rolle wie Befürchtungen einer Kreditverknappung für die Industrie. Der Markt für Unternehmensfinanzierungen sei sehr eng geworden. Wenn es nicht gelinge, diesen wieder zu stabilisieren, könne es zu einem Ansturm auf die bereits zugesagten Kreditlinien kommen. Zudem sei der Tritt auf die Investitionsbremse unausweichlich, was die ohnehin angeschlagene Konjunktur zusätzlich belasten würde.

„Wir als Politiker haben jetzt die schwierige Aufgabe, dieses Paket den Menschen zu erklären. Wir erwarten nun von den Managern und der Wirtschaft, dass sie uns dabei helfen,“ sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Die langfristigen Interessen der Unternehmen und der Gesellschaft und die kurzfristigen Interessen am Kapitalmarkt stehen oft diametral zueinander. Diese müssen stärker in Ausgleich miteinander gebracht werden.“

Thema des WELT-Wirtschaftsgipfels waren die Folgen der Finanzkrise für Deutschland. Teilnehmer waren Spitzenmanager aus dem In- und Ausland. Zu den Rednern zählten neben Merkel unter anderem die deutschen Konzernchefs Eckhard Cordes (Metro), Thomas Enders (Airbus), Wolfgang Mayrhuber (Lufthansa), René Obermann (Deutsche Telekom) und Martin Winterkorn (Volkswagen).

Auf große Zustimmung traf die Problemanalyse von Dennis Snower, dem Präsidenten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. Snower begrüßte den Versuch, die Vertrauenskrise in der Finanzwirtschaft mit einem großen Wurf des Staates zu beenden: „Das bisherige Einzelfallmanagement hat den Eindruck der Planlosigkeit erweckt und so einen Vertrauensschaden verursacht“, sagte Snower. Wichtig sei es, ein klares Regelwerk zu installieren. Dazu schlug er vor, „eine Art Treuhandanstalt“ zu schaffen, „die die Finanzinstitute durch den Kauf von Vorzugsaktien oder Bezugsrechten vor Insolvenz schützt, sich dafür aber eine strengere Regulierung vorbehält.“