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Ex-Chef Schawinski entsetzt über ProSiebenSat.1

Der frühere Sat.1-Geschäftsführer Roger Schawinski hat sich entsetzt über die Krise bei ProSiebenSat.1 geäußert. Das Image der Gruppe sei mutwillig zerstört worden, und zwar in kürzester Zeit. Mit den jetzigen Großaktionären, den Finanzinvestoren KKR und Permira, sei ein Neuanfang nicht möglich.

Foto: SVEN SIMON / picture-alliance

Der Schweizer Medienpionier und frühere Sat.1-Geschäftsführer Roger Schawinski hat sich entsetzt über die Krise bei ProSiebenSat.1 geäußert. „Das Image der Gruppe wurde mutwillig zerstört, und zwar innert wenig mehr als einem Jahr“, sagte Schawinski dem Branchenmagazin „Werben & Verkaufen“. Eine Wende sei nur mit einem neuen Eigentümer möglich.


„Ich bin entsetzt“, sagte Schawinski. Nach dem Abgang von Guillaume de Posch sei nicht nur ein neuer, glaubwürdiger Vorstandschef notwendig, sondern auch eine völlig neue Geschäftspolitik. Mit den jetzigen Großaktionären, den Finanzinvestoren KKR und Permira, sei dies nicht zu machen. „Die sind jetzt in Panik geraten, weil nicht nur der Aktienkurs, sondern das ganze Topmanagement weggebrochen ist. Was gibt es Schlimmeres für ein Unternehmen?“

Schawinski hatte Sat.1 als Geschäftsführer von 2003 bis zum Einstieg von KKR und Permira Ende 2006 mit Serien wie „Verliebt in Berlin“ profiliert und „zum wirtschaftlichen Erfolg geführt“, wie Posch sagte. Heute macht der Gründer der ersten privaten Radio- und TV-Sender in der Schweiz wieder Rundfunk in Zürich.

ProSiebenSat.1 kämpft mit roten Zahlen und einer Schuldenlast von 3,4 Milliarden Euro. Nach dem Ausscheiden von Finanzchef Lothar Lanz und Vertriebschef Peter Christmann geht zum Jahresende auch Vorstandschef Posch. ProSiebenSat.1 lehnte eine Stellungnahme ab. „Wer ist eigentlich Roger Schawinski?“ fragte Konzernsprecher Julian Geist.