Deutsche Bahn

Tiefensee befürwortet Erhöhung der Ticketpreise

Der SPD-Politiker verteidigt die angekündigte Preisanhebung bei der Deutschen Bahn. Die Preiserhöhung ist für Wolfgang Tiefensee unverzichtbar, um die Bahn weiter "auf Erfolgskurs zu fahren". Am Vortag hatte Bahnchef Mehdorn eine neue Preisrunde für den Dezember angekündigt und dafür harsche Kritik kassiert.

Foto: AP

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hat die angekündigte Erhöhung der Fahrpreise bei der staatlichen Deutschen Bahn AG verteidigt. "Preiserhöhungen schmerzen immer", sagte der SPD-Politiker in Chemnitz. Aber die Bahn AG sei ein Unternehmen, das streng wirtschaftlich agiere. Wenn sich das Umfeld verändere, müsse die Bahn reagieren. "Die Fahrpreiserhöhung ist nötig, um das Unternehmen weiter stabil auf Erfolgskurs zu fahren", sagte der Minister. Daher könne man auf die Fahrpreiserhöhung nicht verzichten.

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hatte am Vortag für Mitte Dezember Preiserhöhungen angekündigt und diese mit den gestiegenen Energiepreisen und hohen Tarifabschlüssen begründet. Wie stark die Preise angehoben werden, hatte er offengelassen und auf September verwiesen. Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" sind Preiserhöhungen um bis zu 3,2 Prozent vorgesehen.

Fahrgastverbände und Opposition haben die Preiserhöhungen scharf kritisiert. Karl-Peter Neumann von Fahrgastverband Pro Bahn sagte der "Berliner Zeitung", die Ergebnisse der an die Börse strebenden Bahn seien so gut, dass die Mehrkosten hätten aufgefangen werden können.

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Fritz Kuhn sprach von kundenfeindlicher Geisterfahrt der Bahn, bei der Minister Tiefensee die Notbremse ziehen müsse. Mit dem dreisten Griff in die Taschen der Fahrgäste wolle Mehdorn das Unternehmen noch lukrativer für renditehungrige Investoren machen. Die parlamentarische Geschäftsführerin der Linkspartei, Dagmar Enkelmann, warf dem Unternehmen wüste Wegelagerei vor.