Milliardengeschäft

Ryanair erwägt Kauf des Flughafens Stansted

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Ryanair-Chef Michael O’Leary hat ein Auge auf den Londoner Flughafen Stansted geworfen. Offenbar will der Billigflieger den Airport für rund 2,5 Milliarden Euro kaufen. Nach einer möglichen Übernahme will O'Leary eine zweite Landebahn und ein zweites Terminal in Stansted bauen – und die Landegebühren halbieren.

Der Billigflieger Ryanair erwägt die Übernahme des Londoner Flughafens Stansted für rund 2,5 Milliarden Euro. Der derzeitige Standsted-Eigner BAA werde am Ende der derzeitigen Kartellprüfung von den Behörden sicher zum Verkauf des Airports aufgefordert werden, sagte Ryanair-Chef Michael O’Leary dem „Daily Telegraph“.

Dann wäre der Weg frei für eine Ryanair-Offerte, die bei zwei Milliarden Pfund liegen könne, sagte der Manager. Er sei sich sicher, dass sein Unternehmen den Flughafen besser führen könne als die BAA. Nach einer Übernahme wolle er eine zweite Landebahn und ein zweites Terminal in Stansted bauen und die Landegebühren halbieren. Damit solle die Zahl der Passagiere dort von derzeit 24 auf 40 Millionen pro Jahr gesteigert werden. Stansted ist bereits jetzt Ryanairs Hauptdrehkreuz.

Die Wettbewerbskommission (CC) prüft seit längerem, ob die Marktmacht der BAA zu groß ist, die zum spanischen Mischkonzern Ferrovial gehört. Eine Entscheidung wird demnächst erwartet. BAA betreibt in Großbritannien sieben große Flughäfen, darunter Heathrow, Gatwick und eben Stansted. Dass die CC die BAA zum Verkauf von mindestens einem dieser drei auffordern wird, scheint sicher. In einem CC-Zwischenbericht hatte es im April geheißen, dass die BAA sieben große Flughäfen in Großbritannien besitze, könne nicht im besten Interesse der Fluggesellschaften und Passagiere sein. Zudem gebe es unter den drei großen Flughäfen keine Konkurrenz. Beobachtern zufolge könnte die CC aber auch empfehlen, dass BAA nur Gatwick abgeben muss. Offizielle Position der BAA-Mutter Ferrovial ist, dass der Konzern keinen seiner neun britischen Flughäfen abgeben will.

BAA und Ryanair befinden sich seit längerem im Streit. Erst vor wenigen Tagen hatte die BAA Ryanair verklagt, weil sich die Airline weigert, die um 15 Prozent erhöhten Gebühren in Stansted zu bezahlen.

Ein Branchenexperte sagte, es sei nicht sicher, ob O’Learys Ankündigung nur heiße Luft sei. Immerhin führten die Nachrichten aber dazu, dass der Ferrovial-Kurs um 6,9 Prozent anstieg. Ryanair-Papiere kletterten um 6,3 Prozent.