Millionen-Projekt

Inder baut riesigen Gewerbepark in Adlershof

Die britisch-indische Immobiliengruppe Sitac baut in Berlin-Adlershof einen Gewerbepark – auf 85.000 Quadratmetern. Sitac dafür will bis zu 400 Millionen Euro investieren. Schon Anfang des kommenden Jahres soll Baustart sein.

Der britisch-indische Immobilieninvestor Sitac ist von Berlin überzeugt. Als der Bau des neuen Großflughafens in Schönefeld noch in den Sternen stand, hatte sich der Familienkonzern schon im Jahr 2004 ein Grundstück mit – wie sich heute zeigt – den besten Perspektiven gesichert. Zwischen der Wissenschaftsstadt Berlin-Adlershof und der neuen Autobahn A 113 erwarb die Gesellschaft des indischen Unternehmers Malvinder Singh ein Areal von 85.000 Quadratmetern für einen Gewerbepark. Bis zu 400 Millionen Euro will das in Neu-Delhi und London ansässige Unternehmen in Berlin investieren – bislang ist das Projekt mit Eigenkapital finanziert. Der „Sitac Parc“ soll bei Erfolg als Referenzobjekt für weitere Standorte in Europa dienen. Für den indischen Investor ist Berlin-Adlershof das erste Engagement in Deutschland.

Baustart Anfang 2009

„Im September soll der Masterplan stehen“, berichtet Bernhard Hildebrand von der RE Management & Developement Ltd, die den Sitac Parc plant, bebaut und auch später betreiben will, im Gespräch mit Morgenpost Online. Der Baustart ist für Anfang 2009 vorgesehen. Auf dem Terrain sollen Geschäfte, Hotels, Freizeit- und Sportanlagen, Autohäuser und Firmenzentralen entstehen. Der Entwickler darf dafür Gebäude mit einer Bruttogeschossfläche von bis zu 137.000 Quadratmetern errichten. Gegenwärtig verhandelt Hildebrand mit den künftigen Mietern, über die er aber noch nicht reden will. „Lifestyle wird ein großes Thema sein“, so viel sagt Hildebrand derzeit nur. Klar ist aber schon jetzt, dass es mit 25.000 Quadratmetern Verkaufsfläche ein Shopping Erlebnis der besonderen Art geben wird, das mit den Freizeit- und Gastronomieangeboten im Sitac Parc kooperieren wird.

Die Vorteile des Standortes entlang des ehemaligen Mauerstreifens liegen auf der Hand. Bernhard Hildebrand verweist auf die 1,2 Kilometer lange Front an der neuen Autobahn, die die Innenstadt mit dem neuen Großflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) verbindet und täglich von 140.000 Fahrzeugen frequentiert wird. Der neue Airport mit einer Anfangskapazität von 25 Millionen ?Passagieren sei in fünf Minuten zu erreichen.

Flughafen bietet Kundenpotenzial

Der Sitac Parc wird über zwei Autobahnabfahrten zu erreichen sein und ist zugleich Eingangstor für den Wissenschafts- und Medienstandort Adlershof mit rund 20.000 Mitarbeitern, Studenten und Wissenschafter in etwa 800 Firmen und Universitätsinstituten. Innerhalb von lediglich einer Viertelstunde wiederum können 1,18 Millionen Menschen in den Sitac Parc kommen. Nicht zuletzt entstehen mit dem Airport auch 40.000 weitere neue Arbeitsplätze und damit ein großes Kundenpotenzial.

„In fünf bis sieben Jahren wird das Gelände im Wesentlichen fertig und vermietet sein“, ist Hildebrand überzeugt. Dabei setzt der Entwickler vor allem auf Firmenansiedlungen nach der Inbetriebnahme des neuen Airports. „In Berlin fehlen die großen internationalen Unternehmen“, sagt Hildebrand. „Mit dem Start des Großflughafens kann dies aber anders werden. Im Umfeld dürften einige Headquarter entstehen.“ Der BBI werde den Vorteil einer deutlich verkürzten Flugzeit in Richtung Asien haben. Damit könnte der Standort zunehmend Unternehmen anziehen, deren Geschäft in Richtung Osten und Fernost ausgerichtet ist. Hildebrand: „Für diese Firmen könnte der Sitac Parc eine willkommene Adresse sein.“