San Francisco. Auf Profite ist der Chatdienst Signal nicht aus. Doch der Betrieb der Plattform kostet Geld - und das geht bald aus. Auf lange Sicht dürften nur Spenden helfen.

Der verschlüsselte Chatdienst Signal hat in einem ungewöhnlichen Schritt seine Kosten öffentlich gemacht. Zum Jahr 2025 werde man rund 50 Millionen Dollar (46 Mio Euro) jährlich brauchen, hieß es in einem Blogbeitrag am Donnerstag. Derzeit schlagen Gehälter und andere Personalausgaben mit rund 50 Vollzeit-Beschäftigten demnach mit 19 Millionen Dollar zu Buche. Allein die nötige Bandbreite zur Datenübertragung koste 2,8 Millionen Dollar jährlich.

Signal setzt konsequent auf sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, bei der Inhalte der Kommunikation nur für die Beteiligten im Klartext sichtbar sind. Daher werden die Nachrichten auf Servern der Firma nur zur Übertragung zwischengespeichert. Auch das koste schon 1,3 Millionen Dollar jährlich.

Die Verschlüsselungstechnologie von Signal wird unter anderem vom Chatdienst WhatsApp eingesetzt. Signal ist nicht auf Profite ausgerichtet und wird von einer Stiftung betrieben. Der Dienst wolle sich auf lange Sicht mit Hilfe einer breiten Basis von Spendern finanzieren, schrieb Stiftungsvorsitzende Meredith Whittaker in dem Blogeintrag. Bisher hilft Signal eine Millionen-Spende des WhatsApp-Mitgründers Brian Acton. Er hatte einen Teil der mehr als 20 Milliarden Dollar bekommen, die Facebook für WhatsApp bezahlte, und war danach einer der Mitgründer der Signal-Stiftung.