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Apple wirft umstrittene Facebook-„Ausspäh“-App vom iPhone

Facebook hat über eine „Forschungs“-App Daten gesammelt. Apple entzieht dem Unternehmen als Konsequenz nun die Lizenz für interne Apps.

Apple hat Facebook für interne Apps die Lizenz entzogen. Das Online-Netzwerk hatte eine „Forschungs“-App an Apple vorbei platziert, um an Nutzerdaten zu gelangen.

Apple hat Facebook für interne Apps die Lizenz entzogen. Das Online-Netzwerk hatte eine „Forschungs“-App an Apple vorbei platziert, um an Nutzerdaten zu gelangen.

Foto: Sergei Konkov / imago/ITAR-TASS

San Francisco.  Apple hat auf eine umstrittene „Forschungs“-App von Facebook reagiert und dem Online-Netzwerk das Zertifikat zur Installation für interne Apps entzogen.

Interne Test-Apps wie künftige Versionen von Instagram oder Messenger würden seitdem nicht mehr auf den iPhones der Facebook-Mitarbeiter funktionieren. Auch die App, mit der das Online-Netzwerk den Transport von Mitarbeitern organisiert, sei betroffen.

Das berichten der Technologie-Blog „The Verge“ und der Finanzdienst Bloomberg.

Facebook zahlte Teenagern Geld, um an deren Daten zu kommen

Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass Facebook mit der App „Facebook Research“ Daten sammelte. Die App war unter anderem auf iPhones platziert, ohne dass Apple davon gewusst haben soll.

Dies war durch eine Funktion möglich, die es Facebook erlaubt, hauseigene Anwendungen auf Geräte von Mitarbeitern zu bringen. Da Facebook die App aber für externe Studienteilnehmer genutzt habe, liege ein Verstoß gegen die Regeln des Dienstes vor, begründete Apple seine Entscheidung nun.

Für Kritik sorgte auch, dass Facebook unter anderem Teenagern ab 13 Jahren Geld zahlte, um deren Daten auslesen zu dürfen. Dem IT-Experten Will Strafach zufolge habe Facebook so Zugriff auf Unterhaltungen in Chats, Fotos und Videos, Adressen besuchter Webseiten und Ortungs-Anwendungen erlangen können.

20 Dollar für Teilnahme an „Forschungs“-App

Als Erstes hatte das Technologie-Blog TechCrunch über den Fall berichtet. Facebook bestätigte TechCrunch, dass das Online-Netzwerk mit der „Forschungs“-App Daten zu Online-Gewohnheiten sammeln wolle.

Die App-Nutzer seien zwischen 13 und 35 Jahre alt gewesen und hätten dafür, dass sie ihre Daten offenlegen, bis zu 20 Dollar im Monat erhalten. An welchen Informationen Facebook dabei genau interessiert gewesen ist, blieb zunächst unklar.

Es war nicht sofort ersichtlich, dass Studie von Facebook ausging

Laut dem Bericht von TechCrunch werden die Nutzer der „Facebook Research“-App als Teilnehmer einer Forschungs-Studie zum Online-Verhalten rekrutiert und auf die Sammlung privater Daten hingewiesen.

Bei Minderjährigen werde die Zustimmung der Eltern eingefordert, heißt es. Allerdings sei dabei nicht immer direkt erkennbar gewesen, dass die Studie von Facebook ausging. Nutzer seien zum Teil auch aufgefordert worden, eine Liste ihrer Amazon-Bestellungen einzureichen, schreibt TechCrunch.

Apple zog bereits die Facebook-App „Onavo“ zurück

Es ist nicht die erste App, mit der Facebook versucht, Daten der Nutzer zu analysieren. Auch mit „Onavo“, die als eine sichere VPN-Tunnel-Verbindung beworben wurde, hatte sich Facebook Informationen über die Nutzung anderer Online-Dienste verschafft. Apple zog das Download-Angebot der App daher aus seiner Downloadplattform zurück.

(tki/dpa)

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