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Facebook führt „Entdecker-Feed“ ein: Das kann das Feature

Der „Entdecker-Feed“ ist eine neue Funktion, mit der Facebook aktuell experimentiert. Wir haben den Feed getestet und erklären ihn.

Von Aaron Clamann
Macht Facebook dumm?

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Facebook hat ohne große Ankündigung eine neue Funktion eingeführt: den „Entdecker-Feed“. Das Feature ist eine Alternative zum allgemeine News-Feed, der Timeline. Das Design der beiden Zeitleisten ist im wesentlichen gleich. Es werden Textbeiträge, Videos und Fotos untereinander ausgespielt. Ein erster Test zeigt jedoch, dass es inhaltlich enorme Unterschiede gibt:

Berlin. Zunächst einmal ist der Begriff Zeitleiste für den „Entdecker-Feed“ nicht wirklich geeignet. Grund dafür ist die Tatsache, dass die Beiträge nicht streng chronologisch angezeigt werden. Das ist zwar beim News-Feed auch nur der Fall, wenn man auf „Neueste Meldungen“ klickt, doch der „Entdecker-Feed“ zeigte bei ersten Stichproben unserer Redaktion, dass aktuelle Beiträge neben Inhalten von Ende September ausgespielt wurden. Für den Nutzer ist kaum nachvollziehbar, welcher Logik der Feed folgt.

Mit „Entdecker-Feed“ können sich Nutzer treiben lassen

Neben der Logik gibt es aber noch ein weiteres kleines Hindernis für Nutzer. Der Feed findet sich bis jetzt nur ganz weit unten in der Linken Navigationsleiste der Browser-Version von Facebook. In der App ist das Feature ebenfalls unter den Anwendungen zu finden. Repräsentiert wird das Feature durch eine Rakete.

Spannend ist der „Entdecker-Feed“ in seiner jetzigen Version eigentlich nur für Nutzer, die sich treiben lassen wollen von unterschiedlichen Inhalten. Sie bekommen Videos, Fotos und Texte von Prominenten, großen Marken und Medien angezeigt. Die Inhalte gehören in der Regel zu den weitverbreitetsten der vergangenen Tage.

Ist der Feed ein Schritt in die falsche Richtung?

Insofern bietet der „Entdecker-Feed“ einen guten kleinen Überblick darüber, was im Internet aktuell wichtig zu sein scheint. Allerdings gibt es auch immer wieder Dupletten, so dass dieselbe Geschichte von unterschiedlichen Quellen angezeigt wird.

Kritisch dürften das Feature auch diejenigen Nutzer sehen, die sich mehr persönliche Inhalte von Freunden gewünscht hatten. Immer wieder wurde kritisiert, dass Facebook sich vom Image des sozialen Netzwerks, in dem man mit Freunden chattet und Momente teilt, verabschiedet hat. Mit Verweis auf ausgeweitete Gruppen-Funktionen hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg zuletzt versucht, das Netzwerk genau zu diesem Punkt zurückzubringen. Sollte der „Entdecker-Feed“ in Zukunft eine prominentere Rolle spielen, wäre dies aber wieder ein Rückschritt.