Elektronik-Messe

Das sind die spannendsten Produkte auf der IFA 2017

Von Hightech in der Küche bis zu sprachgesteuerten Staubsaugern – welche Neuheiten es auf der Elektronik-Messe IFA 2017 zu sehen gibt.

Ein Kühlschrank, der sich - fast - von selbst füllt

Auf der IFA in Berlin stellen Firmen aus aller Welt ihre Neuheiten vor. Darunter ist auch ein Fernsehgerät, das sich in einen digitalen Bilderrahmen verwandelt.

Ein Kühlschrank, der sich - fast - von selbst füllt

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Berlin.  An diesem Freitag öffnet die Elektronik-Messe IFA in Berlin ihre Türen für die Öffentlichkeit. Die Hersteller haben bereits in den vergangenen Tagen ihre Neuheiten der Presse präsentiert. Ein besonderes Highlight hat Miele dabei gezeigt: eine neue Garmethode, die das Erhitzen von Speisen einfacher macht.

Hightech in der Küche

Das Gerät sieht zwar aus wie ein Backofen, sei aber keiner, erklärte Miele bei der Vorstellung seines Messehighlights auf der IFA. Tatsächlich handle es sich um einen sogenannten Dialoggarer. Der lässt sich am ehesten als die nächste Evolutionsstufe der Mikrowelle beschreiben: Wie bei dieser werden die Lebensmittel durch elektromagnetische Wellen erhitzt. Doch die Wellen werden anders eingesetzt: Während ein Mikrowellenherd in der Regel eine Frequenz im Bereich 2,455 Gigahertz nutzt, setzt Miele auf langwelligere Frequenzen im Bereich um 915 Megahertz.

Diese Wellen können weit ins Innere etwa eines Bratenstücks vordringen und es so gleichmäßig garen, während bei üblichen Methoden – auch bei der klassischen Mikrowelle – das Äußere deutlich länger erhitzt wird als das Innere.

Fischfilet im Eisblock gegart, ohne dass er schmolz

Das gelingt Miele unter anderem deshalb, weil die Wellenlängen an die jeweiligen Lebensmittel und deren Garzustand kontinuierlich angepasst werden. Zwei Sensoren überprüfen dabei, wie viel Energie tatsächlich in den Speisen umgesetzt wird und passen die Energiemenge an – sie führen quasi einen Dialog. Und das geht individuell für verschiedene Lebensmittel.

Um das zu beweisen, garte Miele vor den Augen der Pressevertreter ein Fischfilet in einem Eisblock, ohne dass das Eis dabei schmolz. Im Alltag erlaubt das etwa, eine Lammkeule, grünen Spargel und Kartoffelspalten auf demselben Blech gleichzeitig zuzubereiten – und am Ende ist alles auf den Punkt gegart.

Pulled Pork nach zwei statt sieben Stunden

Bis zu 70 Prozent schneller soll die Zubereitung dabei auch noch werden. Pulled Pork etwa sei bereits nach zwei Stunden und 20 Minuten fertig, klassische Rezepte veranschlagen meist mindestens sieben Stunden und mehr. Kochfans müssen allerdings noch bis April 2018 warten – erst dann sollen Geräte mit der „M Chef“ getauften Technik erhältlich sein. Allerdings dürfte der Preis viele Köche abschrecken: Rund 8000 Euro werde der Dialoggarer kosten – dafür sind auch klassische Funktionen wie Umluft oder Ober- und Unterhitze enthalten.

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Ein außerdem erwartetes Haushaltshighlight entpuppte sich noch als unfertiger Prototyp. So zeigten Siemens und Bosch – beide Marken gehören zur BSH-Hausgerätegruppe – auf ihren Pressekonferenzen zwar das smarte Analysegerät X-Spect und demonstrierten, wie es etwa Textilart und Fleck auf einem Wäschestück analysiert oder den Reifegrad eines Pfirsichs ermittelt. Doch wann das Gerät tatsächlich erhältlich sein soll, verrieten die Unternehmen nicht.

Sprachassistent im Kühlschrank

Immer wieder erklärten Hersteller auf der IFA, dass ihre Geräte sich nun auch per Sprache steuern ließen, vornehmlich mit Amazons Assistentin Alexa. Und die ist mittlerweile nicht mehr nur auf Amazons Lautsprecherboxen Echo und Echo Dot beschränkt: Samsung etwa integriert die Assistentin in seinen Kühlschrank Family Hub 2.0 – und auch Medion, der Technikpartner von Aldi, bringt jetzt einen eigenen Alexa-Lautsprecher auf den Markt.

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Der hört auf den etwas sperrigen Namen P61110 und sieht dem Vorbild Echo recht ähnlich – mit einem Preis von 99 Euro ist er aber 80 Euro günstiger als Amazons smarter Lautsprecher. Darüber hinaus verfügt Medions P61110 über einen Akku und kann so auch kabellos genutzt werden. Außerdem lässt sich die Box per Bluetooth oder 3,5mm-Klinkekabel mit externen Audioquellen verbinden.

Sprachsteuerung aus mehreren Räumen

Mehrere der smarten Lautsprecher lassen sich zudem zu einer Multiroom-Anlage zusammenschalten, so dass von mehreren Räumen aus gesteuert werden kann. Dies ermöglicht auch, in mehreren Räumen dieselbe oder auch gänzlich unterschiedliche Musik abzuspielen. Darüber hinaus soll P61110 auch mit weiteren WLAN-Multiroom-Lautsprechern von Medion genutzt werden können. Preise und Verfügbarkeit gab das Unternehmen dazu jedoch nicht an.

Auch Lenovo zeigte am Donnerstagabend einen Alexa-Lautsprecher, den Lenovo Home Assistant. Der ist allerdings als Erweiterung zu Lenovos Tablet Tab 4 gedacht. Das lässt sich an den Lautsprecher stecken und funktioniert dann – wie beim jüngst vorgestellten Gerät Alexa View – als Alexas Displayerweiterung, auf dem Informationen zu den Anfragen angezeigt werden.

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Schlaue Roboter-Staubsauger

Eine neue Generation von Staubsaugerrobotern rollt auf uns zu: Mittlerweile haben auch die etablierten Staubsaugerhersteller leistungsfähige Geräte im Angebot, die im Haushalt arbeiten sollen.

Bosch etwa zeigt mit dem Roxxter sein erstes Modell dieser Art – und das ist hervorragend ausgestattet. Die wichtigste Funktion heißt RoomSelect: Der Roboter scannt die ganze Wohnung und speichert diese als dauerhafte Karte ab. So kann der Roboter direkt in bestimmte Räume geschickt werden – während er andere Zimmer auslässt, etwa wenn dort noch alles voller Legosteine liegt.

Roboter unterbricht Reinigung, wenn Telefon klingelt

Roxxter kann sogar mehrere Karten speichern – für ein anderes Stockwerk oder die Ferienwohnung. Mit der App IFTTT können außerdem Regeln erstellt werden wie: Wenn das Telefon klingelt, unterbrich die Reinigung. Zu guter Letzt ist auch noch eine Kamera verbaut, mit der man live mitverfolgen kann, was sich gerade in der Wohnung tut – und per Alexa steuerbar ist er natürlich auch –, erhältlich aber erst im kommenden Jahr.

Miele setzt mit seinem RX2 auf optimale Reinigung: Ein spezielles, verbessertes Bürstensystem soll noch gründlicher zu Werke gehen als Mieles Vorgängermodell.

Darüber hinaus bietet der RX2 allerlei Sensorik und im Topmodell ebenfalls eine Kamera für die Heimüberwachung. Karten speichert der RX2 zwar auch – einzelne Räume lassen sich hier aber nicht ansteuern. Der RX2 ist in den kommenden Wochen ab etwa 700 Euro erhältlich.

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Neue PC, Smartphones und Fitnessuhren

Neben Fernsehgeräten und Waschmaschinen werden auch Smartphones auf der Messe vorgestellt. So etwa das LG V30 (Preis noch nicht bekannt), das Donnerstag der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Das hat ein recht längliches 6-Zoll-Display im 18:9-Format und 2880 mal 1440 Bildpunkte. Diesmal ist es allerdings ein OLED-Display. Auch sonst punktet das V30 mit Topausstattung: Qualcoms schnellster Prozessor, der Snapdragon 835, vier GByte Arbeitsspeicher und eine Doppelkamera mit 16 bzw 13 Megapixeln und 1,6-Blendenöffnung sind etwa verbaut. Ein besonderer Soundchip, ein HiFi Quad DAC, soll außerdem für überragenden Klang sorgen. Ein Technikleckerbissen – ab dem 21. September in Asien, danach im Rest der Welt erhältlich.

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Motorola bringt derweil das Moto Z2 Force (799 Euro) nach Deutschland. Dessen Display ist wie der des Vorgängers tatsächlich absolut schlaf- und stoßsicher. Das Gerät selbst ist ein Topsmartphone ohne nennenswerte Schwächen. Es kann zusätzlich mit den austauschbaren Funktionsrückseiten, den Mods, erweitert werden. Hier wurde gestern auch noch eine neue Mod vorgestellt: eine 360-Grad-Kamera (269). Außerdem neu ist das Moto X4 (399), ein gut ausgestattetes Mittelklassetelefon, in das Amazons Assistentin Alexa integriert ist – neben dem Google Assistant.

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Brille erkennt Position im Raum

Lenovo zeigte ein neues 2-in-1-Notebook, das Yoga 920 (ab 1600 Euro). Das ist mit neustem i7-Core Prozessor, 14-Zoll-Display mit UHD-Auflösung und Dolby Atmos-Sound erhältlich – und soll bis zu 15,5 Stunden im Akkubetrieb laufen. Trotzdem wiegt das Gerät nur knapp 1,4 Kilogramm. Auch spannend: die VR-Brille Lenovo Explorer. Sie soll zum Marktstart das leichteste Modell seiner Art sein – und tatsächlich war die Brille beim Ausprobieren sehr angenehm.

Zudem benötigt man keine externen Sensoren, die Brille erkennt ihre Position im Raum aus sich heraus. Spannend war in diesem Zusammenhang zudem die Ankündigung, dass Lenovo in absehbarer Zeit noch zwei ähnliche Produkte zeigen möchte – eines davon könnte in Richtung von Microsofts Hololens gehen.

Smartwatch Gear Sport mit GPS-Modul

Ebenfalls neu ist Samsungs Smartwatch Gear Sport. Sie hält bis 50 Meter Wassertiefe dicht, hat einen vier Gigabyte großen Speicher und misst durchgehend den Puls seines Trägers. Zudem werden etliche Sportarten unterstützt – sogar ein Workout, das man am Fernseher absolvieren kann.

Zudem ist ein GPS-Modul verbaut, was etwa beim Laufen ohne Smartphone für akkurate Messungen sorgt. Beim kurzen Ausprobieren fühlte sich die Gear Sport gut und nicht zu klobig an. Erhältlich ist sie ab Ende Oktober für 349 Euro. Sie ist mit iOS und Android kompatibel.

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