Marketing

Opel macht jetzt mit Grumpy Cat schlecht gelaunt Werbung

Opel versucht sich mit einer neuen Art des Marketings: übelgelauntes Auftreten. Grund ist eine Werbefigur, die vom Netz geliebt wird.

„Grumpy Cat“ und Supermodel Georgia May Jagger standen für Opel vor der Kamera von Starfotografin Ellen von Unwerth. Ein Kalender zeigt die Akteure mit den schönsten aktuellen und früheren Modellen.

„Grumpy Cat“ und Supermodel Georgia May Jagger standen für Opel vor der Kamera von Starfotografin Ellen von Unwerth. Ein Kalender zeigt die Akteure mit den schönsten aktuellen und früheren Modellen.

Foto: Opel

Rüsselsheim.  Nutzer auf Facebook und Twitter trauten ihren Augen nicht: Pampige Antworten vom offiziellen Account von Opel, dazu die Begrüßung am Morgen: „Wie geht’s euch denn heute so? Mir. Doch. Egal.“ Das Hashtag #Opelgoesgrumpy lieferte schon einen Hinweis, was es damit auf sich hat. Der Rüsselsheimer Autobauer wirbt jetzt mit der weltbekannten „Grumpy Cat“, einer immer verdrießlich aussehenden Katze. Aufgelöst aber zunächst nicht, dass die übellaunigen Antworten stilecht sein sollen. Update vom 17. Mai 2019: Grumpy Cat ist tot.

Opels Marketing-Vorstand Tina Müller tat sogar empört. Sie zitierte auf Twitter den „Mir. Doch. Egal“-Tweet und kündigte an: „Mir. Nicht. Egal. Und der Verfasser kann sich schon mal anschnallen.“ Sie ließ die Nutzer munter spekulieren, ob Opels Account gehackt worden ist. Auch Sprecherin Elena Funk spielte das Spiel mit: „Wir wissen ja selbst nicht, was da los ist, und prüfen das intern“, sagte sie unserer Redaktion am Telefon – lachend. Und der Account trug weiter seinen Teil dazu bei, dass Nutzer sich wunderten.

„Schau nicht mehr in den Spiegel“

„Social-Media-Manager sind die dümmste Erfindung seit dem Wort Rüsselsheim“, hieß es in einem Tweet. „Um lustig zu sein, müsste man erst mal Lust auf das alles hier haben. Hat aber keiner“, in einem anderen. „Du hättest noch mehr Spaß, wenn Du gar nicht mehr in den Spiegel schauen würdest“, bekommt ein Facebooknutzer als bitterböse Antwort. Für diese Antworten gibt’s reichlich Likes, die Masche kommt offenbar an.

Der Account gibt sich so, wie das Netz Tardar Sauce kennt. So heißt die Katze eigentlich, die unter dem Namen „Grumpy Cat“ zum globalen Internetphänomen, zur Attraktion im Wachsfigurenkabinett und zur gefragten Werbefigur geworden ist. Nachdem sie etwa für eine Fast-Food-Kette und einen Getränkekonzern bereits ihr Gesicht gegeben hat, steht nun Opel offenbar in ihrem Zeichen. Die Vermutung sei „nicht ganz falsch“, dass die grimmige Katze in der Kommunikation von Opel künftig eine größere Rolle spiele. Und das Social-Media-Team ist offenbar losgelassen und soll nach Herzenslust motzen.

Katze, Supermodel und Autos im Kalender

Bereits vor Wochen ließ sich die grimmige Katzen-Partnerschaft in den Accounts von Opel erahnen. Der Autohersteller, die Katze und das international bekannte Model Georgia May Jagger hatten bereits Fotos von einem gemeinsamen Shooting verbreitet. Im Opel-Kalender 2017 sind die attraktive Tochter von Mick Jagger und Jerry Hall sowie die mürrische Katze gemeinsam zu sehen. Die Katze, die Besitzerin und ein Managementteam um sich hat, twitterte vom Termin, ganz sich selbst treu bleibend: „Schlimmstes Foto-Shooting jemals!“