Sicherheitslücke

Größter deutscher Webhoster kämpft gegen Datenleck

Internetspezialist Hetzner hat offenbar ein Sicherheitsproblem auf seinen Rechnern. Die Firma betreut auch die Webseiten von Sony oder Opodo.

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Datenpanne bei einem der größten deutschen Webhoster: Das bayerische Unternehmen Hetzner Online AG hatte nach einem Bericht des "Spiegel" über Monate hinweg offenbar ein massives Sicherheitsproblem auf seinen Rechnern. Computerspezialisten hätten mit relativ einfachen Mitteln auf die Daten von Hetzner und Tausender Kunden zugreifen können, berichtete das Nachrichtenmagazin.

Datenproben belegten, dass Kundendaten, E-Mail-Korrespondenz und Bankverbindungen zugänglich gewesen seien. Selbst hochsensibler Schriftverkehr mit Polizeibehörden und Listen mit Passwörtern für weitere Server des Unternehmens hätten teilweise unverschlüsselt auf den zugänglichen Rechnern gelegen.

Kunden aufgefordert, Passwort zu ändern

Nachdem das Unternehmen auf die Datenlücke aufmerksam gemacht wurde, habe Hetzner Tausende Kunden per Brandbrief aufgefordert, ihr Passwort zu ändern, berichtete der "Spiegel" weiter. Geschäftsführer Martin Hetzner habe versichert, dass eine bekannte Lücke inzwischen geschlossen sei und man daran arbeite, mögliche weitere Schwachstellen zu eliminieren.

Entdeckt worden sei das Sicherheitsproblem vom Mainzer Medienunternehmer Tobias Huch, der bereits vor drei Jahren in einer anderen Datenaffäre eine maßgebliche Rolle gespielt habe. Huch hatte rund 17 Millionen Kundendaten der Telekom im Internet aufgespürt.

Den Fall Hetzner schätzt Huch dem "Spiegel" zufolge sogar noch größer ein. Neben den direkten Kunden, zu denen laut Referenzliste Unternehmen wie Sony, Buch.de oder der Internetreiseveranstalter Opodo gehörten, könnten auch deren Kunden betroffen sein.

Die Hetzner Online AG gehört zu den bundesweit größten Webhostern. Sie stellt Großkunden und Privatleuten Internetpräsenzen, Rechner und spezielle Programme zur Verfügung, mit denen sie Internetgeschäfte abwickeln oder Inhalte präsentieren können.