Smartphone

Motorolas Droid Razr – Schneller als Apple erlaubt?

Besonders flach und ziemlich leicht: Motorola kehrt mit dem Droid Razr auf den Smartphone-Markt zurück. Das kann der neue iPhone-Rivale.

Motorola bringt sich mit einem neuen, ganz besonders flachen Smartphone zurück ins Spiel. Dabei greift das Unternehmen auf den Modellnamen eines der ersten erfolgreichen Smartphones überhaupt zurück, das Razr. Das neue Droid Razr ist nur noch 7,1 Millimeter dünn, an der Kante der Oberseite dürften es ein paar Millimeter mehr sein.

Zum Vergleich: Apples iPhone 4s kommt auf 9,3 Millimeter. Außerdem gehört das Droid Razr mit 127 Gramm zu den leichteren seiner Klasse.

Auffällig ist außerdem der Bildschirm, der 4,3 Zoll groß ist und mit 960 mal 540 Pixel auflöst. Es ist das erste Mal, dass ein Hersteller in einem Smartphone ein Display mit organischen Leuchtdioden der neuesten Technik Super Amoled Advanced eingebaut hat. Die Fortschritte in puncto Brillanz und Farbtreue sind in ersten Präsentationen deutlich zu sehen, die Darstellung kann überzeugen.

Motorola hat angedeutet, dass sein neues Flaggschiff schneller sein soll als das iPhone 4S. Die technischen Voraussetzungen sind zumindest da: Im Kevlar-Gerhäuse des Smartphones arbeitet ein Zwei-Kern-Prozessor mit 1,2 Gigahertz. Der Arbeitsspeicher kommt auf ein Gigabyte.

Zum Speichern von Daten bietet das neue Motorola-Modell jeweils 16 Gigabyte im internen Speicher sowie auf der vorinstallierten Mirco-SD-Karte. Fotos, Musik, Videos und Dokumente kann sich das Droid Razr über eine entsprechende App direkt vom Computer als Streaming holen. Die Dateien müssen also nicht im Gerät zwischengespeichert werden.

Auf den ersten Blick sieht das kleine Gerät aus wie Apple iPod Nano. Vielleicht kommt es deswegen ja zu einer weiteren Patentklage im Dauerclinch Apple vs. Google. Denn schließlich wickelt Google ja gerade den Kauf Motorolas für 12,5 Milliarden Dollar ab. Der Suchmaschinenriese greift derzeit mit seinen Android-Partnern auf dem Smartphone-Markt an: Die nächste Version des Betriebssystems Android mit der Versionsnummer 4.0 soll den Nutzern neue Funktionen bringen und mit iOS5 von Apples iPhones konkurrieren. Man habe dafür alle bei Google verfügbaren Innovationen zusammengepackt, sagte Android-Chef Andy Rubin bei der Vorstellung in Hongkong.

Android 4.0 verbessert unter anderem den Umgang mit diversen Google-Diensten, hat aber auch ganz neue Funktionen. So können Besitzer von Smartphones mit NFC-Funktechnik darüber sehr einfach Dateien miteinander austauschen.

„Face Unlock“ heißt die Sicherheitsfunktion, bei der das Telefon mit Hilfe seiner Kamera prüft, ob es tatsächlich von seinem Besitzer gehalten wird und sich erst dann entsperrt. Allerdings funktionierte das Entsperren mit dem eigenen Gesicht bei der Demonstration auf der Bühne nicht reibungslos.

Die neue Variante des Google-Betriebssystems wurde zusammen mit dem aktuellsten Samsung-Smartphone Galaxy Nexus präsentiert, das sie als erstes bekommen soll. Es hat einen großen Bildschirm mit einer Bildschirmdiagonalen von 4,65 Zoll (11,8 cm) sowie einen schnellen Doppelkern-Prozessor. Android 4.0 sei speziell auf die hohe Bildschirm-Auflösung des Galaxy Nexus von 1280 mal 720 Bildpunkten zugeschnitten worden, hieß es.

Üppige Ausstattung

Das Droid Razr läuft allerdings noch mit dem „alten” Android 2.3.5 Dafür ist die Ausstattung des Smartphones recht üppig: Die von einem LED-Blitz unterstützte Kamera auf der Rückseite erreicht eine Auflösung von acht Megapixel und ermöglicht Videoaufnahmen im HD-Modus. Die auf der Vorderseite für Videokonferenzen kommt auf immerhin 1,3 Megapixel.

Dazu kommen noch einige ganz nützliche Funktionen. Ein Beispiel: Nutzer können einstellen, dass sich Bluetooth abschaltet, wenn sie mit ihrem Razr das Büro verlassen. Das schont den Akku. Auch ist es möglich, den Prozessor ein wenig herunterzufahren, wenn telefoniert wird.

Das hat einen ähnlichen Effekt. Trotzdem sind Motorolas Ankündigungen ein wenig enttäuschend. Zum einen war die Präsentation einer neuen, zweiten Version des Tablets Xoom erwartet worden. Stattdessen zeigte Motorola noch Motoactv, einen Musikplayer, der zusätzlich die Fitness des Trägers erfasst.

In den vergangenen Tagen hatte Apple mit dem starken Start seines neuen iPhone 4S die Nachrichten aus der Smartphone-Welt dominiert. Apple brachte das Telefon mit neuen Funktionen, etwa dem „persönlichen Assistenten“ Siri heraus, mit dem sich der Nutzer unterhalten kann. Mit Siri hatte Apple viele Smartphone-Nutzer begeistert. Hugo Barra, Manager beim Rivalen Google, hält jedoch nicht viel von der Software. Sie setze nicht auf das richtige „Interaktionsmodell“, sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Ich habe die Befürchtung, dass die Nutzer frustriert werden.“

Denn die Erwartungen an den Assistenten, der Sprachanweisungen erkennt und umsetzt, seien sehr hoch: „Es ist so, als ob man mit einem Menschen redet.“ Google verfolge bei der Spracherkennung einen anderen Ansatz, erklärte Barra, der bei der Entwicklung des Betriebssystems Android eine führende Rolle spielt.

Die Funktion stehe allen Geräteherstellern und Software-Entwickler zur Verfügung: „Das ermöglicht ihnen, die Spracherkennung in so ziemlich jeder Anwendung einzubauen.“ Der Smartphone-Markt wird inzwischen von Android beherrscht, das mehrere Hersteller nutzen.

Die neue Version 4 soll das entscheidende Betriebssystem für alle Android-Geräte, vom Smartphone bis zum Tablet, sein, um gegen Apple punkten zu können. Wettbewerber wie Apple und Microsoft greifen die Partner der Plattform aber mit Patentklagen an.