Testberichte

Was taugen Billig-Notebooks für 400 Euro?

Notebooks gibt es schon für um die 400 Euro. Die Hersteller sparen dabei an allen Ecken und Enden. Doch für einige Nutzer reichen die Rechner vollkommen aus.

Fotos von der Digitalkamera auf die Festplatte überspielen, E-Mails abrufen, YouTube-Videos angucken, Briefe schreiben: Für den Einstieg in die mobile Computer-Welt bieten einfache Notebooks genug Rechenleistung und die passende Ausstattung. Computer Bild hat acht 15,6-Zoll-Notebooks (39,5 Zentimeter Bilddiagonale) in der Preisklasse um 400 Euro getestet.

Günstige versus teure Notebooks: die Unterschiede

Die größten Unterschiede bestehen bei Prozessoren, Grafikkarten und Arbeitsspeicher.

- Prozessoren: In den getesteten Notebooks arbeiten günstige Prozessoren von Intel oder AMD mit einem oder zwei Rechenkernen. In teureren Modellen stecken schnellere Prozessoren, etwa Intel Core i3 oder Core i5.

- Grafikprozessoren: Die verbauten einfachen Grafikchips sind für aktuelle Actionspiele zu langsam. In teureren Notebooks stecken schnelle Grafikprozessoren, etwa von Nvidia oder AMD (ATI).

- Arbeitsspeicher: Der Testsieger Samsung R530 hat drei Gigabyte Arbeitsspeicher an Bord, alle anderen müssen mit zwei Gigabyte auskommen. Das reicht zwar für viele Aufgaben, aber wenn mehrere speicherhungrige Programme gleichzeitig laufen, verringert sich die Geschwindigkeit deutlich. Immerhin lässt sich der Arbeitsspeicher bei diesen Modellen einfach erweitern: ein paar Schrauben am Gehäuseboden lösen, Deckel abnehmen und den Speicher in den freien Steckplatz stecken. Teurere Notebooks sind besser ausgestattet, sie verfügen meist über vier Gigabyte Arbeitsspeicher.

Weitere Ausstattung der Notebooks

- Bildschirm: Alle Modelle haben einen Monitor mit einer Bilddiagonale von rund 39 Zentimetern. Auch die Auflösung ist identisch mit 1366x768 Bildpunkten. Augenfälligster Unterschied: Die Bildschirme der Modelle von Acer, Lenovo, MSI und Samsung kommen mit einer spiegelnden Oberfläche. Das führt zu Reflexionen. Bei Acer und MSI glänzt zudem der Bildschirmrahmen stark, was zusätzlich ablenkt.

- Festplatte: Mit knapp 300 Gigabyte bieten Acer, Hewlett-Packard, MSI, Toshiba und der Preis-Leistungs-Sieger Medion den größten Speicherplatz. Rund 60 Gigabyte weniger Platz geben Fujitsu, Lenovo und Testsieger Samsung ihren Geräten mit auf den Weg.

- Brenner: Alle Kandidaten besitzen einen DVD-Brenner. Damit lassen sich Daten auf Rohlingen sichern oder CDs und DVDs abspielen. Bei höchstem Brenntempo war die Qualität der gebrannten Scheiben in den meisten Fällen nicht optimal. Dadurch kann es nach längerem Gebrauch der Scheiben zu Lesefehlern beim Abspielen kommen. Tipp: Stellen Sie beim Brennen nicht die höchste Geschwindigkeit ein.

- Programme: Auf allen Notebooks ist Windows 7 Home Premium installiert. Außerdem ist Microsoft Office 2010 Starter dabei. Das Paket enthält Basisversionen der Textverarbeitung Word und der Tabellenkalkulation Excel. Auf allen Geräten ist ein Virenschutz- Programm installiert. Allerdings endet der Gratisschutz nach 30 bis 90 Tagen, eine Verlängerung kostet je nach Programm bis zu 50 Euro pro Jahr. Alternative: die kostenlose Kaspersky Security Suite CBE von der Computer Bild--Heft-CD/DVD.

Anschlüsse der Notebooks

USB und eSATA: Zum Anschluss von Maus, Tastatur, Drucker oder externer Festplatte haben alle Notebooks USB-2.0-Buchsen; das Toshiba Satellite Pro C660 hat zwei, die anderen haben drei. Eine eSATA-Buchse, die einen schnelleren Datenaustausch mit einer externen Festplatte ermöglicht, bieten nur die Modelle von Medion und MSI.

VGA und HDMI: Ein analoger VGA-Anschluss für den Anschluss eines externen Monitors gehört zur Standard-Ausstattung. Bis auf die Notebooks von Lenovo und Toshiba verfügen alle Geräte über einen digitalen HDMI-Anschluss, der eine bessere Bildqualität ermöglicht.

Netzwerk, WLAN, Bluetooth: Alle Testkandidaten lassen sich per Netzwerkkabel oder drahtlos per WLAN mit anderen Geräten oder dem Internet verbinden. Bluetooth zählt nur bei Fujitsu, Hewlett-Packard und Toshiba zur Ausstattung.

Fazit: Für typische Büroarbeiten, Internet oder einfache Fotobearbeitung genügen die 400-Euro-Notebooks vollauf. Mit WLAN, DVD-Brenner und mindestens 230 Gigabyte Festplattenspeicher bieten sie eine akzeptable Ausstattung. Halbwegs flottes Arbeitstempo, ein großer Arbeitsspeicher und gute Garantieleistungen sicherten dem Samsung R530 (429 Euro) den Testsieg. (Stand: März 2011).

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Quelle: Computer Bild.

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