Spiegelreflexkameras

Offenbar kein Fotografier-Verbot in Kuwait

Das Emirat dulde keine Aufnahmen in der Öffentlichkeit, berichtete die "Kuwait Times". Die Zeitung zieht nun ihre Meldung zurück.

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In Kuwait gibt es offenbar doch kein Verbot, mit Spiegelreflexkameras in der Öffentlichkeit zu fotografieren. Dies war vergangene Woche von der "Kuwait Times" verbreitet worden. Die Warnung wurde auch auf der Homepage der Auswärtigen Amtes zitiert.

Nun hat die "Kuwait Times" die Meldung zurückgezogen. Die größte Zeitung des Emirats veröffentlichte eine Stellungnahme, wonach die Zeitung die Informationen ungeprüft übernommen habe. Später stellte sich dann heraus, dass diese Informationen offenbar jeglicher Grundlage entbehrten, heißt es in der Meldung. Die Botschaft von Kuwait in Berlin wollte sich dazu nicht äußern. "Wir bestätigen den Vorgang nicht, wir dementieren aber auch nicht und wir werden uns auch in absehbarer Zeit dazu nicht äußern", sagte ein Sprecher der Botschaft Morgenpost Online.

Inzwischen hat auch das Auswärtige Amt den Warnhinweis von seiner Homepage genommen. Grund dafür sei gewesen, dass die "Kuwait Times" die Meldung zurückgezogen habe, heißt es im Auswärtigen Amt. Wer in der Öffentlichkeit Menschen fotografieren möchte, sollte allerdings vorher die Genehmigung der betreffenden Person einholen.

Die "Kuwait Times" hatte berichtet, das Emirat habe das Fotografieren mit digitalen Spiegelreflexkameras in der Öffentlichkeit verboten. Unbestätigten Berichten mehrerer Ministerien zufolge sollen Aufnahmen mit professionellen Kameras ausschließlich akkreditierten Journalisten erlaubt sein. Privatleute dürfen dagegen in Einkaufszentren, auf der Straße und an anderen öffentlichen Plätzen keine Bilder mehr mit solchen Kameras machen. Spiegelreflexkameras könnten getarnte Waffen sein, hieß es in der ersten Meldung.