Suchmaschine

Microsoft baut Wolfram Alpha in Bing ein

Allianz gegen Google: Der US-Konzern Microsoft hat sich mit dem Datendienst Wolfram Alpha zusammengeschlossen. Künftig sollen Informationen aus Bereichen wie Ernährung und Gesundheit direkt über Microsofts Suchmaschine Bing abgerufen werden können. Wolfram Alpha hatte zuletzt glücklos agiert.

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Der Softwareriese Microsoft ist im Kampf gegen den Internetriesen Google ein neues Bündnis eingegangen. Der Microsoft-Suchdienst Bing arbeite künftig mit der als technisch neuartig geltenden Suchmaschine Wolfram Alpha zusammen, teilte Wolfram Alpha in seinem Blog mit. Wolfram Alpha werde die Suchergebnisse von Bing um Daten aus „ausgewählten Bereichen“ wie etwa Ernährung, Gesundheit und höhere Mathematik bereichern. Der Microsoft-Suchdienst könne künftig auf zehntausende Suchmechanismen von Wolfram Alpha und Billionen von Daten zugreifen.

Microsoft war mit Bing im Frühjahr an den Start gegangen. Der Suchdienst bietet seinen Nutzern eine Reihe neuer Funktionen, etwa bei der Foto- oder Videosuche. In den USA hat Bing seinem Konkurrenten Google etwas Marktanteile abgenommen, in Deutschland dominiert Google nach wie vor mit mehr als 90 Prozent den Markt.

Auch Wolfram Alpha nahm erst im Frühjahr den Betrieb auf. Anders als Google oder Bing gibt der neuartige Suchdienst bei einer Anfrage keine Linkliste aus, sondern produziert direkt Antworten. Wer dort etwa „Deutschland“ eingibt, erhält sofort eine Übersicht über die wichtigsten Fakten, etwa eine Karte und Daten zu Bevölkerung, Fläche und wichtigen Städten. Der Dienst wird deswegen auch als Wissensmaschine bezeichnet. Kritik gab es, weil Wolfram Alpha sehr genau bei der Befehlseingabe ist – das hatte es vergleichsweise schwierig gemacht, die gesuchten Daten zu erhalten. Nach einem Hype zum Start des Dienstes im Mai war das Interesse an dem Dienst merklich abgeflacht.

Microsoft versucht verstärkt, Google Paroli zu bieten. Erst im Sommer ging der Konzern für die Dauer von zehn Jahren eine Allianz mit der Suchmaschine Yahoo ein, die ebenfalls zu den Erzrivalen von Google zählt.

( AFP/lw )