Videoportal

Bei YouTube explodieren offenbar die Kosten

YouTube wird trotz steigender Werbeeinnahmen auch künftig nicht mit Gewinn arbeiten – das prophezeit ein Analyst der Credit Suisse. Die Werbeeinnahmen von rund 241 Millionen Dollar würden die Kosten des Portals bei weitem nicht decken. Eigentümer Google droht ein Fass ohne Boden.

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YouTube laufen die Kosten davon, die Werbeeinnahmen decken die Ausgaben offenbar noch lange nicht. Allein die laufenden Kosten für den Betrieb des Videoportals liegen in diesem Jahr bei 360 Millionen US-Dollar. Dazu kommen weitere Kosten für Investitionen und für Personal. Dem stehen aber lediglich Werbeeinnahmen von rund 241 Millionen Dollar gegenüber, schreibt der Analyst der Schweizer Großbank, Credit Suisse, Spencer Wang, laut Nachrichtenagentur Bloomberg. Wang schätzt den Verlust für den Eigentümer des Portals, Google, auf 470 Millionen Dollar. Deshalb senkt Wang auch die Gewinnprognose der Internetsuchmaschine um 17 Cent auf 4,68 Dollar je Aktie.

„Trotz gestiegener YouTube-Nutzerzahlen gibt es kaum Anzeichen dafür, dass Google davon profitieren kann", wird Wang von Bloomberg zitiert. Daran dürfte sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern, denn auf weniger als drei Prozent der Seiten von YouTube würde Werbung geschaltet.

Weiterer Streit und mögliche finanzielle Belastung droht YouTube in der Auseinadersetzung mit dem Rechteverwerter Gema. Die Organisation, die die Urheberrechte der Musiker vertritt, besteht darauf, dass jeder Musikvideo-Abruf bei dem Portal einzeln abgerechnet wird. Die Gema verlangt nach eigenen Angaben ein Cent pro Abruf. YouTube hat Gebühren in dieser Höhe als viel zu hoch zurückgewiesen. In England, wo derzeit über das gleiche Problem verhandelt wird, sind Gebühren von 0,2 Cent pro Abruf im Gespräch. Die Verträge zwischen der Gema und YouTube waren Ende März ausgelaufen. Das sich keine Einigung abzeichnete, hat YouTube damit gedroht, in Deutschland Musikvideos zu sperren.