Pflegeserie

Ausbildung: So kann man sich zum Altenpfleger schulen lassen

Welche Voraussetzungen gibt es? Wie hoch ist die Bezahlung und welche Änderungen stehen bevor? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Ein Pfleger hilft einem Mann in den Rollstuhl (Archivbild).

Ein Pfleger hilft einem Mann in den Rollstuhl (Archivbild).

Foto: kzenon / Kzenon - stock.adobe.com

Wer in Deutschland Altenpfleger werden will, braucht in der Regel mindestens einen Realschul- oder erweiterten Hauptschulabschluss. Bei einem einfachen Hauptschulabschluss ist zusätzlich mindestens eine zweijährige Berufsausbildung oder ein Abschluss als Krankenpflege- oder Altenpflegehelfer nötig. Auch eine andere zehnjährige abgeschlossene allgemeine Schulbildung etwa aus einem anderen EU-Staat wird anerkannt. Neben den formalen Voraussetzungen gibt es eine Reihe von Eignungskriterien, etwa ausreichende Deutschkenntnisse. Die gesundheitliche Eignung muss außerdem mit einem aktuellen Gesundheitszeugnis nachgewiesen werden, das nicht älter als drei Monate ist. Manche Ausbilder erwarten auch ein amtliches Führungszeugnis.

Daneben empfiehlt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf der Übersichtsseite , sich selbst im Vorfeld einige Fragen zu stellen. Ist man etwa einfühlsam und hat Freude im Umgang mit älteren Menschen? Interessiert einen das Berufsbild überhaupt? Kann man mit körperlicher Nähe zu alten und kranken Menschen umgehen? Traut man sich ihre Betreuung zu und ist man daneben auch zur Verwaltungs- und Schreibarbeit bereit?

Schulgeld wird nicht mehr fällig

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Wer sie berufsbegleitend oder in Teilzeit macht, muss mit bis zu fünf Jahren rechnen. Sie teilt sich in einen größeren praktischen und einen kleineren theoretischen Teil, die sich meist in mehrwöchigen Blöcken abwechseln. Die Praxis wird bei einem Träger, also einer stationären Pflegeeinrichtung oder einem ambulanten Pflegedienst, absolviert. Die Theorie wird an einer von Berlins 32 Altenpflegeschulen gelehrt. Seit 2016 müssen Auszubildende in Berlin kein Schulgeld mehr bezahlen. Oft müssen sie sich aber gesondert bei einem Träger und einer Schule bewerben.

Einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag gibt es in der Altenpflege nicht. Die monatliche Ausbildungsvergütung kann daher unterschiedlich ausfallen. Es besteht aber Anspruch auf eine „angemessene Vergütung“, die sich am Tarifvertrag der Auszubildenden der Länder orientiert. Danach erhalten Azubis laut Senatsgesundheitsverwaltung im ersten Jahr 1060,70 Euro, im zweiten 1126,70 Euro und im dritten 1233 Euro. Den Durchschnittsverdienst einer Berliner Altenpflegekraft in Vollzeit beziffert die Bundesagentur für Arbeit auf 2690 Euro brutto.

Alten- und Krankenpflegeausbildung ab 2020 zusammen

Zum 1. Januar 2020 tritt bundesweit das Pflegeberufe-Reformgesetz in Kraft. Dann wird die Ausbildung der Alten- mit denen der Kranken- sowie der Kinderkrankenpfleger zusammengelegt. Die Auszubildenden durchlaufen mindestens zwei Jahre eine gemeinsame Ausbildung und sollen im Rahmen von Praxiseinsätzen alle relevanten Felder der Pflege kennenlernen. Danach gibt es die Möglichkeit zur Vertiefung entweder in der Alten- oder der Kinderkrankenpflege mit den entsprechenden Berufsabschlüssen. Wer den generalistischen Weg auch im dritten Jahr fortsetzt, kann am Ende den Berufsabschluss „Pflegefachmann/-frau“ erwerben.

Neben der Ausbildung soll auch ein mindestens dreijähriges Pflegestudium eingeführt werden um weitere Berufsmöglichkeiten zu schaffen und neue Zielgruppen anzusprechen. Das Studium wollen in Berlin Charité, Alice-Salomon-Hochschule und Evangelische Hochschule anbieten.