Influenza

Grippeschutzimpfung: Wer sie braucht und was sie bringt

Wenn es Herbst wird, raten Ärzte zur Grippeschutzimpfung. Sollte ich jeder impfen lassen? Was sind die Gründe - und Gefahren?

Grippe oder Erkältung? So unterscheidet man die Erkrankungen

Erkältung vs. Grippe

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Berlin.  Fest jeder niest, hustet, hat irgendwelche Schmerzen. Der Herbst ist Erkältungszeit. Aber nicht immer kommt man mit ein bisschen Geschnupfe davon - wer Pech hat, zieht sich eine richtige Grippe zu. Und die kann gefährlich werden. Grippeviren lauern im Herbst überall. Eine Gruppeschutzimpfung kann helfen - Ärzte raten dringend dazu.

Wer sollte sich impfen lassen und wer nicht? Und gegen was schützt die Impfung überhaupt? Was sind Nebenwirkungen? Wir klären die wichtigsten Fragen zur Influenza:

Grippeschutzimpfung - Was ist überhaupt eine Grippe?

Die Grippe, auch Influenza genannt, setzt plötzlich ein mit Fieber, Halsschmerzen, Kopfschmerzen und trockenem Husten. Erkrankte fühlen sich sehr schlapp, haben Muskel- und Gliederschmerzen. Die Beschwerden können fünf bis sieben Tage anhalten.

Bei älteren Menschen oder Personen mit Grunderkrankungen kann die Grippe aber auch zu schweren – sogar lebensbedrohlichen – Komplikationen führen. Häufig treten Lungenentzündungen auf, selten Entzündungen des Gehirns oder Herzmuskels.

Übertragen werden kann die Grippe auf zwei Wegen. Erstens über die Tröpfcheninfektion, zweitens über die Schmierinfektion.

Warum ist eine Grippeschutzimpfung wichtig?

Weil sie Leben retten kann. Eine Grippe kann tödlich verlaufen, besonders bei Menschen mit ohnehin geschwächtem Immunsystem. Die Grippewelle in der Saison 2017/2018 forderte so viele Tote wie seit Jahrzehnten nicht.

Kann man sich auch ohne Impfung vor der Grippe schützen?

Beachtet man einige präventive Maßnahmen, kann das Risiko, an einer Grippe zu erkranken, gesenkt werden. Wichtig sind:

• regelmäßiges Händewaschen

• Flächen desinfizieren

• von erkrankten Personen Abstand halten

Zu 100 Prozent schützen Händewaschen und Co. aber nicht vor einer Erkrankung. „Die wichtigste kosteneffektive Präventionsmaßnahme gegen eine Influenzaerkrankung“ ist laut Ärzten daher die.

Wer sollte sich impfen lassen?

Empfohlen wird die Gruppeschutzimpfung für folgende Gruppen:

• Menschen über 60 Jahre

• Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen

• chronisch Kranke

• Medizin- und Pflegepersonal

• Schwangere

Warum sollten sich Schwangere impfen lassen?

Grippeimpfung Bei Schwangeren ist das Immunsystem weniger aktiv. Der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, Christian Albring, empfiehlt daher Frauen, die im Winter schwanger sind, die Grippeschutzimpfung. Denn die Influenza könne bei ihnen viel schwerer verlaufen als bei Frauen, die kein Kind austragen.

Auch das Baby profitiert von der Impfung. Über die Plazenta werden Antikörper von der Mutter an das Kind weitergegeben, die ihm einen Schutz gegen Influenza in den ersten Monaten nach der Geburt verleihen.

Die Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) ab dem zweiten Trimester empfohlen, bei erhöhter Gesundheitsgefahr wegen einer Grunderkrankung ab dem ersten Trimester.

Wann sollte man sich impfen lassen?

Mit Blick auf den Herbst raten Ärzte zu einer frühzeitigen Grippeschutzimpfung, am besten im Oktober oder November. Aber auch zu einem späteren Zeitpunkt kann die Impfung noch sinnvoll sein, zum Beispiel wenn sich in der Saison ein neuer Grippevirus entwickelt.

Betroffene sollten wissen, dass sie sich jedes Jahr erneut gegen Grippe impfen lassen müssen. In der Regel schützt die Impfung nämlich nur eine Grippesaison, genauer gesagt etwa sechs bis zwölf Monate.

Der Grund: Viren sind Verwandlungskünstler und verändern ihr Erbgut. Die Zusammensetzung des Influenza-Impfstoffes muss daher jedes Jahr an die epidemiologische Situation angepasst werden, informiert das Paul-Ehrlich-Institut, das die Impfstoffe freigibt. Die genaue Zusammensetzung legt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fest.

Wann darf man sich nicht impfen lassen?

Wer sich impfen lassen möchte, sollte zu dem Zeitpunkt gesund sein und sich fit fühlen. Wer an einer fieberhaften Erkrankung oder einer Infektion leidet, sollte von der Impfung absehen und sich erst auskurieren.

Menschen, die gegen Hühnereiweiß oder gegen einen anderen Bestandteil des Impfstoffes allergisch sind, wird empfohlen, mit einem Arzt über eine Impfung zu sprechen.

Welcher Impfstoff wird verwendet?

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen hat entschieden, dass die Grippeschutzimpfung in der Impfsaison 2018/2019 mit einem Vierfach-Impfstoff erfolgen soll.

Das ist die Zusammensetzung:

• A/Michigan/45/2015 (H1N1) pdm09-like virus

• A/Singapore/INFIMH-16-0019/2016 (H3N2)-like virus

• B/Colorado/06/2017-like virus

• B/Phuket/3073/2013-like virus

Es handelt sich um einen Totimpfstoff, das heißt die Grippeviren wurden vorher abgetötet. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für alle Menschen, die einer der Risikogruppen angehören.

Grippeschutzimpfung: Fünf Mythen im Check
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Welche Nebenwirkungen kann die Grippeschutzimpfung haben?

Normalerweise vertragen Patienten die Grippeschutzimpfung gut. Nur gelegentlich treten leichte Nebenwirkungen auf, die aber nach wenigen Tagen wieder verschwinden.

Das können folgende sein:

• Rötungen oder Schwellung an der Impfstelle

• Kopf- und Gliederschmerzen

• Abgeschlagenheit

• leichtes Fieber

Kann man trotz Impfung an Grippe erkranken?

Der Impfstoff schützt nicht zu 100 Prozent, in seltenen Fällen kann man also erkranken, unter anderem wenn man sich vor oder kurz nach der Impfung mit dem Virus angesteckt hat. Bis die Grippeimpfung wirkt, dauert es nämlich zehn bis 14 Tage. Eine Grippe kann man von einer Impfung allerdings nicht bekommen.

Schützt die Impfung denn vor Erkältungen?

Die Impfung kurbelt laut Experten die körpereigene Abwehr an. So können andere Viren leichter bekämpft werden. Doch gegen einfache Erkältungserreger schützt die Grippeimpfung nicht. Husten und Schnupfen kann man also trotzdem bekommen.

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(mit dpa)