Nicht immer harmlos

Augenringe – gezielt entfernen und Ursache erkennen

Augenringe können erheblich stören und sogar auf Krankheiten hindeuten. Was Sie gegen Augenringe tun können und welche Auslöser für die dunklen Schatten infrage kommen.

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Nach einer langen Nacht, anstrengender Computerarbeit oder ausgiebigem Feiern zeichnen sich morgens gerne dunkle Schatten unter den Augen ab. Augenringe kennt vermutlich jeder. Die medizinische Bezeichnung lautet Halonierung der periorbitalen Region oder kurz Halo, vom lateinischen Wort halos wie Hof. Wenn Augenringe durch Schlafmangel entstanden sind, verschwinden sie meist nach ein oder zwei erholsamen Nächten wieder von selbst.

Neben diesen akut auftretenden Augenringen gibt es jedoch auch chronische, denen selbst eine Erholungspause nichts anhaben kann.

Die häufigsten Ursachen von Augenringen

Augenringe sind ein Phänomen, das erst durch die besondere Beschaffenheit der Hautpartie unter den Augen ermöglicht wird. Dieser Bereich ist nämlich sehr zart, das Unterhautfettgewebe so dünn wie an keiner anderen Stelle des Körpers. Mit zunehmenden Jahren nimmt es sogar noch weiter ab.

Deshalb scheinen an dieser Stelle die Blutgefäße besonders stark durch. Enthält das Blut wenig Sauerstoff, ist es dunkel, was sich in bläulich-violetten Augenringen zeigt. In den meisten Fällen haben der verminderte Sauerstoffgehalt im Blut und damit verbundene Augenringe folgende Ursachen:

  • zu wenig Schlaf
  • Überanstrengung der Augen
  • exzessiver Alkohol- und/oder Zigarettenkonsum
  • Flüssigkeitsmangel
  • Stress

Ist der Körper dagegen ausgeruht, enthält das Blut viel Sauerstoff, ist hellrot und die Hautpartie unter den Augen entsprechend unauffällig.

Allerdings gibt es auch Menschen, die dunkle Augenringe haben, weil die Haut dort überpigmentiert ist. Diese Hyperpigmentierung ist genetisch bedingt und daher kaum beeinflussbar. Anders als die bläulich-violetten Augenringe durch verminderten Sauerstoffgehalt sind diese Augenringe meistens eher bräunlich.

Wenn Augenringe nicht harmlos sind

Die dunklen Schatten unter den Augen sind zwar keine Krankheit. Doch wenn sie plötzlich und ohne erkennbaren Grund auftreten, sollte sie der Arzt abklären. Denn Augenringe können auf riskanten Mangel an bestimmten Vitalstoffen, aber auch auf Krankheiten hinweisen, das sind vor allem

  • Eisenmangel,
  • Zinkmangel,
  • Nierenfunktionsstörungen und
  • Lebererkrankungen wie Fettleber.

Zusätzlich kommt es etwa bei Nierenproblemen häufig auch noch zu Wassereinlagerungen unter den Augen, den sogenannten Tränensäcken.

Mit einem einfachen Bluttest kann der Arzt feststellen, ob etwa ein Mineralstoffmangel vorliegt oder Organe wie Leber und Nieren belastet sind. Augenringe sind in diesem Zusammenhang also ein wichtiges Indiz für bestimmte Gesundheitsprobleme.

Augenringe professionell abdecken in zwei Schritten

Meistens handelt es sich bei Augenringen jedoch eher um ein kosmetisches Problem, ausgelöst durch chronischen Stress und ungesunden Lebenswandel sowie das zunehmende Lebensalter – also Faktoren, die sich nicht oder zumindest nicht von heute auf morgen beheben lassen.

Dann lassen sich Augenringe auf einfache Weise mit speziellen Kosmetika abdecken. Sind die Augenringe nicht sehr ausgeprägt, reicht meist schon der sogenannte Concealer (aus dem englischen to conceal für abdecken). Concealer gibt es als Stift oder Creme. Kaufen Sie den Concealer einen Ton heller als Ihren eigentlichen Hautton. Klopfen Sie eine kleine Menge davon unter die Augen und kaschieren Sie die Übergänge zu den Wangen dann mit Ihrem gewohnten Make-up.

Sind die Augenringe dunkler, sollte unter den Concealer ein "Korrektor" aufgetragen werden. Er neutralisiert die Verfärbung. Dabei ist die Komplementärfarbe wichtig: Haben Sie bläulich-violette Augenschatten, sollte der Korrektor rosa sein. Bei eher bräunlichen Augenringen ist ein warmes Gelb ideal.

Cremes gegen Augenringe

Daneben besteht die Möglichkeit, die dünne Haut unter den Augen etwas aufzupolstern und damit Augenringe abzumildern. Dazu eignen sich spezielle Cremes mit wasserbindenden Stoffen wie Aloe-Vera-Extrakten, Harnstoff (Urea) oder Hyaluronsäure. Viele Augencremes enthalten diese Wirkstoffe. Der Effekt hält zwar in der Regel nur für Stunden an, doch meist reicht es, morgens und abends die Augenpartie damit vorsichtig abzutupfen, ohne Druck zu erzeugen.

Handelt es sich um Augenringe durch Hyperpigmentierung, werden auch Produkte zum Aufhellen der Haut angeboten. Allerdings sollten diese Kosmetika besonders vorsichtig angewendet werden und am besten nach Rücksprache mit dem Hautarzt. Denn die Haut unter den Augen ist besonders empfindlich, bleichende Substanzen könnten sie reizen.

Sanfte Hausmittel gegen Schatten unter den Augen

Ein gesunder Lebenswandel mit täglich frischem Obst und Gemüse sowie ausreichend Schlaf sind die Voraussetzungen dafür, dass die empfindliche Haut unter den Augen möglichst lange makellos bleibt. Wer zusätzlich auf ein Übermaß an Stress, Nikotin und Alkohol verzichtet, unterstützt das zusätzlich. Wenn trotzdem Augenringe auftreten, eignen sich manchmal Hausmittel wie leichte Kühlung, die Schatten wegzubekommen.

Dabei ziehen sich die Blutgefäße reflexartig zusammen, weshalb Augenringe nicht mehr so deutlich erscheinen. Einen Versuch wert sind etwa:

  • leichte Kühlung der Augenregion mit einem Quarkumschlag
  • kühle Kompressen mit grünem Tee

Aber bitte Vorsicht: Massives Kühlen, etwa mit Eiswürfeln, sollten Sie besser unterlassen, weil das problematisch für die Augen sein kann.

Falls Sie jedoch mit den Ergebnissen nicht zufrieden sind und die Augenringe auch nicht täglich abdecken möchten, verfügen der Hautarzt und der plastische Chirurg noch über einige Therapieoptionen, die dunklen Schatten unter den Augen dauerhaft wegzubekommen.

So entfernt der Hautarzt Augenringe – wegspritzen oder lasern

Das Prinzip der Schönheitschirurgie ist bei Augenringen einfach: Wenn die Haut mit Füllsubstanzen unterspritzt wird, scheinen die darunter liegenden Blutgefäße nicht mehr so deutlich durch, die Augenringe verschwinden. Zusätzlich lassen sich bei diesen Eingriffen auch Augenfältchen mildern.

Für dieses Unterspritzen stehen dem Arzt verschiedene Füllmaterialien (Filler) zur Auswahl:

  • Eigenfett – aus körpereigenen Fettdepots, etwa an der Hüfte, wird etwas Material entnommen, aufbereitet und in den Bereich unter die Augen injiziert, Kosten ab 1.000 Euro.

  • Hyaluronsäure – dieser natürliche Feuchtigkeitsspender wird vom Körper nach und nach wieder abgebaut, der Füll-Effekt hält einige Monate an, dann muss nachgespritzt werden, Kosten belaufen sich auf 300 Euro aufwärts.

Der Laser kommt gegen Augenringe vor allem dann zum Einsatz, wenn es sich um Hyperpigmentierung handelt. Dann ist diese Technik eine vielversprechende Therapie, wie auch Studien zeigen. Der Hitzestrahl reduziert Pigmentablagerungen unter der Haut. Gleichzeitig lassen sich dabei leichte Tränensäcke straffen. Der Effekt hält mehrere Jahre an. Wie lange genau, das hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa ob direkte Sonnenbestrahlung im Gesicht vermieden wird. UV-Licht würde die Melatoninproduktion nämlich wieder anregen, die Augenringe bilden sich erneut. Die Kosten für das Lasern betragen ab 800 Euro und werden von den Krankenkassen meist nicht übernommen.

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