Veränderter Hormonspiegel verursacht unterschiedliche Symptome

Erste Anzeichen einer Schwangerschaft

Bin ich schwanger? Schon bevor die Regel ausbleibt, verspüren manche Frauen, dass etwas anders ist. Brustspannen, Ausfluss, Müdigkeit und weitere Symptome deuten darauf hin, dass eine Schwangerschaft beginnt. Nicht alle dieser Schwangerschaftsanzeichen sind sichere Symptome. Gewissheit verschafft ein Nachweis der Schwangerschaft beim Frauenarzt.

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Anzeichen einer Schwangerschaft sind nicht immer gleich sichtbar. Die einen Frauen spüren bereits zu einem ganz frühen Zeitpunkt, dass sie schwanger sind, auch wenn noch keine großartigen körperlichen Veränderungen auftreten.

Einige Frauen sind sich ihrer Schwangerschaft sogar schon einen Tag nach der Empfängnis sicher. Sie fühlen, dass irgendetwas anders als sonst ist und wissen, dass etwas passiert ist. Diese Empfindung hat sehr viel damit zu tun, wie gut eine Frau in sich hineinhören kann und wie sensibel sie auf hormonelle Veränderungen reagiert.

Jedoch kann sich nicht jede Frau auf eine so feinfühlige Intuition verlassen. Einige Frauen erkennen die Anzeichen einer Schwangerschaft erst, wenn schon sichtbare Anzeichen oder fühlbare Veränderungen auftreten.

Erstes relativ sicheres Anzeichen einer Schwangerschaft: Die Regel bleibt aus

Eines der ersten Anzeichen einer Schwangerschaft ist das Ausbleiben der Menstruation. Der Eisprung findet in etwa in der Mitte des Zyklus statt. Wenn während dieser engen Zeitspanne während der fruchtbaren Tage ungeschützter Geschlechtsverkehr stattfindet, ist bei ausbleibender Periode die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft hoch.

Schwangerschaftshormone sind Ursache für körperliche Veränderungen

Die ersten Anzeichen einer Schwangerschaft werden häufig bereits vor dem Ausbleiben der Regelblutung bemerkt. Grund dafür sind die nun stattfindenden hormonellen Veränderungen. Gleich nach der Befruchtung der Eizelle wird der weibliche Organismus auf die bevorstehenden neun Monate vorbereitet.

Die Schwangerschaftshormone übernehmen sozusagen das Kommando. Das Schwangerschaftshormon HCG (Human Choriongonadotropin) wird in der Plazenta gebildet. Es signalisiert dem Gehirn und den Eierstöcken, dass jetzt eine Schwangerschaft bestehlt. Es werden nun vorerst keine neuen Eizellen mehr freigesetzt und auch die Periode findet erst einmal nicht mehr statt.

Das zweite wichtige Schwangerschaftshormon ist das Progesteron, das Gelbkörperhormon. Es sorgt dafür, dass nach dem Eisprung die Gebärmutterhaut aufgebaut wird, sich die befruchtete Eizelle einnisten kann und gut ernährt wird.

Schwangerschaftssymptome vor Ausbleiben der Periode

Die Konzentration von HCG und Progesteron steigt im ersten Schwangerschaftsdrittel und vor allem in den ersten Schwangerschaftswochen stark an – was sich durch verschiedenen körperliche und auch psychische Veränderungen bemerkbar macht. Teilweise können diese Anzeichen bereits in der ersten und zweiten Schwangerschaftswoche, also noch vor dem Zeitpunkt der üblichen Regelblutung bemerkt werden.

Diese ersten Schwangerschaftsanzeichen sind:

  • Erhöhte Körpertemperatur: Die Basaltemperatur steigt mit dem Eisprung um etwa 0,5 Grad Celsius an. Findet keine Befruchtung statt, sinkt die Basaltemperatur kurz vor Einsetzen der Periode wieder ab. Bleibt sie jedoch auf erhöhtem Niveau, kann dies ein Anzeichen für eine Schwangerschaft sein.
  • Spannungsgefühl in der Brust: Die Brüste schwellen an, die Brustwarzen sind praller und härter als gewöhnlich, die Brustwarzenhöfe werden größer und dunkler. Diese Veränderungen dienen zur Vorbereitung der Milchproduktion und zum Stillen und beginnen häufig bereits wenige Tage nach der Befruchtung.
  • Leichte Blutung: Etwa fünf bis zehn Tage nach der Befruchtung kann es zu einer Schmierblutung kommen. Dies ist keine Regelblutung, sondern die sogenannte Einnistungsblutung. Mitunter wird auch ein Einnistungsschmerz beobachtet.
  • Bauchziehen: Leichte Bauchschmerzen oder Ziehen im Unterbauch sind nicht besorgniserregend: Grund hierfür sind die Veränderungen in der Gebärmutter.
  • Ausfluss: Die erhöhte Scheidensekretion ist harmlos, wenn sie farblos bis weiß und geruchlos ist.
  • Müdigkeit: Schuld daran ist das Progesteron, welches eine beruhigende, entspannende und somit auch einschläfernde Wirkung hat.
  • Blutdruckschwankungen: Der erhöhte Progesteronspiegel führt mitunter auch zu einem plötzlichen Absinken des Blutdrucks und weiteren Kreislaufproblemen.
  • Verstärkter Harndrang: Durch das Wachstum der Gebärmutter, die stärkere Durchblutung des Beckenraumes und durch die muskelentspannende Wirkung des Progesterons müssen schwangere Frauen in den ersten Wochen häufiger auf Toilette.
  • Übelkeit und Schwangerschaftserbrechen: Die starken hormonellem Veränderungen führen besonders in den ersten drei Monaten zu Morgenübelkeit und Erbrechen. Bei den meisten Frauen legt sich dies im Schwangerschaftsverlauf ab etwa der 20. SSW.
  • Verstopfungen, Durchfall: Die Hormone beeinflussen auch die Arbeit des Darmes: Sowohl Verstopfungen und Blähungen, als auch zwischenzeitlicher Durchfall sind in der Schwangerschaft möglich.
  • ungewohnter Appetit oder Ekel, empfindlicher Geruchssinn: Nahrungsmittel, die sonst selten auf dem Speiseplan landen, werden plötzlich zur Lieblingsspeise, während andere Speisen oder auch Gerüche Ekel auslösen.
  • Stimmungsschwankungen: Launenhaftigkeit oder seelische Empfindlichkeit mit Weinanfällen sind auf die Umstellung des Hormonhaushaltes zurückzuführen.
  • Pigmentstörungen der Haut: Durch den Einfluss der Hormone wird auch verstärkt Melanin produziert. Der Pigmentfarbstoff lagert sich verstärkt in der Haut ab, um den Körper vor UV-Licht zu schützen. So werden Brustwarzen und Leberflecken dunkler – und von der Scham bis zum Bauchnabel kann sich die „Linea nigra“ – eine dunkel pigmentierte Linie auf der Haut zeigen. Das passiert jedoch erst ab der 13. bis 15. Schwangerschaftswoche.

All diese Schwangerschaftsanzeichen haben jedoch eines gemeinsam: Nicht bei jeder Frau treten alle Anzeichen auf. Sie können, müssen zudem nicht auf eine Schwangerschaft hindeuten. Diese unspezifischen Schwangerschaftssymptome können auch durch andere Faktoren (erhöhter Stress, Ortswechsel, Infekte, Verdauungsprobleme oder anderes) hervorgerufen werden und sind deshalb nur unsichere Schwangerschaftsanzeichen.

Wie sicher ist ein Schwangerschaftstest?

Mit einem Schwangerschaftstest für Zuhause, den es in Apotheken und Drogerien gibt, wird das Hormon HCG im Urin nachgewiesen. Eine zuverlässige Aussage, ob eine Schwangerschaft vorliegt, liefern diese Tests jedoch erst ab dem zweiten Tagnach dem Ausbleiben der Regel. Ganz sicher kann Frau sich jedoch mit dem Test auch nicht sein: Es können auch falsch-negative Ergebnisse auftreten, wenn der Test nicht sensibel genug ist. Seit einiger Zeit sind auch Tests im Handel, die bereits ab dem fünften oder sechsten Tag nach der Befruchtung Ergebnisse liefern sollen. Bei diesen Frühtests liegt die Fehlerquote jedoch sehr hoch. Auch kann der Frühtest zwar eine Einnistung anzeigen, und es findet später trotzdem eine Regelblutung statt, weil der Körper die befruchtete Eizelle doch wieder abstößt und die Frühschwangerschaft beendet.

Bin ich schwanger? Sicherheit durch den Frauenarzt

Um nach Anzeichen einer Schwangerschaft einen Schwangerschaftsverdacht zu bestätigen, sollte der Frauenarzt aufgesucht werden. Dieser kann über einen Nachweis von HCG im Blut oder durch eine Ultraschalluntersuchung, bei der die Fruchtanlage und die kindlichen Herzaktion zu sehen sind, eine Schwangerschaft ganz sicher bestätigen.

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