Pflege-Report

Altersheime geben Dementen häufig Mittel gegen Schizophrenie

In deutschen Heimen bekommt fast jeder zweite Demenzkranke Psychopharmaka, zeigt eine Studie der AOK. Doch der Nutzen ist zweifelhaft.

ARCHIV - Die Hände eines Senioren halten am 27.10.2010 eine mit Pillen befüllte Medikamentenbox für einen Tag. (zu dpa:"Studie: 43 Prozent der Dementen in Heimen bekommen Psychopharmaka" vom 05.04.2017) Foto: Patrick Seeger/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

ARCHIV - Die Hände eines Senioren halten am 27.10.2010 eine mit Pillen befüllte Medikamentenbox für einen Tag. (zu dpa:"Studie: 43 Prozent der Dementen in Heimen bekommen Psychopharmaka" vom 05.04.2017) Foto: Patrick Seeger/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Foto: Patrick Seeger / dpa

Berlin.  Fast jeder zweite Demenzkranke in deutschen Altersheimen (43 Prozent) bekommt Medikamente gegen Wahnvorstellungen und Schizophrenie. Das geht aus dem Pflege-Report 2017 der Krankenkasse AOK hervor, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

"Der Nutzen ist nicht besonders, aber dafür kaufen wir uns relativ viele Risiken ein", sagte die Pharmakologin Petra Thürmann, die für den Report eine Untersuchung mit knapp 850 Heimbewohnern durchführte.

Todesfälle, Schlaganfälle und schlechtere Denkfähigkeit

10 bis 20 Prozent der Patienten gehe es dank der sogenannten Neuroleptika zwar besser, aber es komme auch zu Todesfällen, Schlaganfällen und schlechterer Denkfähigkeit. Die meisten eingesetzten Medikamente seien gar nicht für Demente zugelassen. (dpa)

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