Jahresbericht

Berliner erkranken seltener an Krebs als im Bundesschnitt

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Auf der Bildschirmdarstellung einer Magnetresonanz-Mammographie ist ein winziger Tumor in der Brust einer Patientin zu sehen

Auf der Bildschirmdarstellung einer Magnetresonanz-Mammographie ist ein winziger Tumor in der Brust einer Patientin zu sehen

Foto: Jan-Peter Kasper / dpa

In Berlin erkranken im Durchschnitt jährlich 8440 Männer und 8670 Frauen neu an Krebs - ein vergleichsweise niedriger Wert.

Die Menschen in Berlin erkranken seltener an Krebs als im Bundesdurchschnitt. Unter Berücksichtigung der Altersstruktur liege die Neuerkrankungsrate der Berlinerinnen sechs Prozent und die der Berliner sogar 18 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt, teilte die Senatsgesundheitsverwaltung am Montag mit. Grundlage ist der Jahresbericht des Gemeinsamen Krebsregisters für die Diagnosejahre 2009 bis 2012.

Im Berichtzeitraum erkrankten in Berlin im Durchschnitt jährlich 8.440 Männer und 8.670 Frauen neu an Krebs. Nicht berücksichtigt wurden dabei Erkrankungen an „weißem“ Hautkrebs. Somit erhalten in Berlin sowohl bei Männern wie bei Frauen jährlich etwa 500 von 100.000 Einwohnern die Diagnose Krebs gestellt.

Das Gemeinsame Krebsregister enthält Zahlen aus den sechs Ländern Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen. Dabei geht es um Krebsneuerkrankungen und -todesfälle, Überlebensraten und Trendverläufe in den beteiligten Ländern. Zusätzlich sind Analysen zur Stadienverteilung enthalten. Insgesamt werden 25 Tumorarten und -gruppen ausgewertet.

Prostatakrebs ist häufigste Krebsneuerkrankung

Die häufigsten Krebsneuerkrankungen betreffen bei Männern Prostata (23 Prozent aller Krebsneuerkrankungen), Lunge (15 Prozent) und Darm (13 Prozent). Bei Frauen sind es Brustdrüse (29 Prozent), Darm (12 Prozent) und Lunge (7 Prozent). Somit entfällt sowohl bei Männern als auch bei Frauen etwa die Hälfte aller Neuerkrankungen auf diese Krebsarten.

Die nach Alter eingeteilte Krebsneuerkrankungsrate der Männer sinkt seit 2003 durchschnittlich um 0,5 Prozent pro Jahr, während die Rate bei Frauen in den vergangenen zehn Jahren konstant verläuft. Zwischen 2002 und 2012 stieg die Neuerkrankungsrate von nicht-melanotischem („weißem“) Hautkrebs bei Männern und Frauen um etwa sechs Prozent jährlich und die Rate des deutlich aggressiveren Melanoms der Haut, auch schwarzer Hautkrebs genannt, um knapp vier Prozent.

Erfreulich sei der Rückgang an Neuerkrankungen bei Magen-, Nieren- und Darmkrebs. Bei Männern sinkt zusätzlich die Neuerkrankungsrate von Lungenkarzinomen und bei Frauen von Tumoren der Eierstöcke und der Gebärmutter.

Überlebensrate deutlich verbessert

Die Überlebensrate für Krebspatienten habe sich durch bessere Diagnose- und Therapiemöglichkeiten in den vergangenen 25 Jahren wesentlich verbessert, hieß es weiter. Inzwischen überlebten 59 Prozent der männlichen und 64 Prozent der weiblichen Krebspatienten im Berichtserfassungsgebiet ihre Krebserkrankung mindestens fünf Jahre. Ende der 1980er Jahre waren es lediglich 27 Prozent aller Männer und 41 Prozent aller Frauen. Frühzeitig erkannt, betrage die relative Fünf-Jahres-Überlebensrate bei vielen Krebsarten beinahe 100 Prozent.

( epd )