Medizin

Weitere Frau an Legionellen-Infektion gestorben

Foto: picture-alliance / gms / pa

Die Serie von Legionellen-Infektionen und Sterbefällen hält an: Jetzt wurde der Tod einer Frau aus Ulm bekannt. Alle bisher Gestorbenen litten unter anderen Krankheiten. Die Ursache für die Infektionen ist unbekannt. Alle Infektionsfälle geschahen in Stadtzentren. Jetzt geraden Kühlanlagen und Kühltürme in den Blick der Behörden.

Eine in Deutschland nie dagewesene Serie an Todes- und Infektionsfällen durch eine rätselhafte Legionellen-Erkrankung in Ulm und Neu-Ulm lässt die Gesundheitsbehörden und Landratsämter nicht zur Ruhe kommen. Jetzt gibt es ein weiteres Todesopfer – das insgesamt vierte. Dabei soll es sich um eine ältere Frau mit Vorerkrankung aus Ulm handeln, die zu Hause gestorben sei, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Alb-Donau-Kreis.

Behördenvertreter aus Bayern und Baden-Württemberg saßen am Nachmittag stundenlang beisammen und berieten, wie man dem Auslöser der Legionellen-Infektion auf die Spur kommen könnte.

Die bislang verstorbenen Personen – zwei über 80-Jährige und ein Mann mittleren Alters – hatten Behördenangaben zufolge erhebliche Vorerkrankungen gehabt. Noch immer liegen keine Analyseergebnisse der zahlreichen Wasserproben vor, die umgehend gezogen wurden. Das liege daran, dass die Legionellenkulturen, die zur Bestimmung wichtig seien, sehr langsam wachsen, hieß es.

Immer mehr in den Blickpunkt rücken bei den Fachleuten die großen Klimaanlagen, die mit Wasser betrieben werden, sogenannte Rück-Kühlanlagen. Bei einem Hubschrauberflug über die beiden Donau-Städte hatte ein Experte des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 40 bis 50 in Frage kommende Anlagen ausfindig gemacht. Von einem Drittel dieser Anlagen sind bereits Proben genommen worden, ein weiteres Drittel wurde von Fachleuten als Infektionsquelle ausgeschlossen. Von den übrigen sollen umgehend Proben gezogen werden. Auch Kühltürme von größeren Betrieben kommen in Frage.

Die Infektionsfälle ballen sich in den Stadtzentren von Ulm und Neu-Ulm, der allergrößte Teil entfällt auf die württembergische Donau-Stadt Ulm. Die Behörden im Alb-Donau-Kreis haben inzwischen ein Bürgertelefon geschaltet

( ddp/cl )