Aids

Kriminologen kommen HIV-Überträger auf die Spur

HI-Viren verraten, von wem sie stammen: US-Forscher haben in zwei Gerichtsprozessen einen Mann überführt, der mehrere Frauen angesteckt hatte.

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Nach einer HIV-Infektion können Kriminologen anhand der speziellen Virentypen den Überträger identifizieren. Dies demonstrierten amerikanische Forscher im Rahmen zweier Gerichtsprozesse durch genetische Stammbaumanalysen. In beiden Fällen war jeweils ein Mann angeklagt, mehrere Frauen durch ungeschützten Sex angesteckt zu haben.

Wegen der Wandlungsfreude der Erreger lässt sich der Ursprung von HI-Viren nur sehr schwer ermitteln. „Weil HIV ständig mutiert, gibt es in einem bestimmten Menschen nicht nur einen Typ, sondern eine ganze Gruppe verschiedener Typen“, erläutert Mike Metzker von der Universität von Texas in Austin. „Aber bei der Übertragung werden nur ein bis zwei Viren an den Empfänger weitergegeben.“

Um den Überträger zu ermitteln, verglichen Forscher bei beiden Gerichtsverfahren HIV-Typen von Opfern, Angeklagten sowie von etlichen anderen HIV-Infizierter aus der gleichen Region. Dabei konzentrierten sie sich auf zwei genetische Abschnitte der Erreger.

Bei jedem der beiden Opfer verfolgten die Forscher mit mathematischen Modellen die Mutationen der Viren auf einen Vorläufer zurück. Diesen verglichen sie dann mit den anonymisierten HIV-Proben der übrigen Personen ab, darunter auch die der Angeklagten. In beiden Fällen identifizierten sie die Beschuldigten eindeutig, wie sie in der Zeitschrift „PNAS“ berichten.

„Unsere Studie zeigt, dass die genetische Stammbaumanalyse die Quelle einer Übertragung ermitteln kann“, sagt Koautor David Hillis. „Dies kann sowohl zum Überführen dazu genutzt werden als auch dazu, zu Unrecht Beschuldigte zu entlasten.“