Pharmaindustrie

Vorsicht bei "Dr. Google" und "Dr. Yahoo"!

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Bei den ersten Anzeichen einer Krankheit wird schnell bei Google & Co gesucht. Doch hier hat die Pharmaindustrie ihre Finger im Spiel.

"Dr. Google" und "Dr. Yahoo" sind oft die ersten Ärzte, die Patienten konsultieren. Nun haben Orthopäden die Auskünfte, die die beiden größten Suchmaschinen im Internet zu orthopädischen Krankheiten liefern, auf ihren medizinischen Nutzen hin untersucht. Das Team um Madhav A. Karunakar vom Medical Centre in Charlotte berichtet über ihre Studie im "Journal of Bone and Joint Surgery".

Die Wissenschaftler haben die Internetseiten über die Qualität - also Richtigkeit, Vollständigkeit und Verständlichkeit - der Informationen zu den zehn häufigsten sportmedizinischen Diagnosen hin geprüft. Nicht überraschend ist, dass Internetseiten von Pharmakonzernen und Unternehmen, die interessengeleitet über eine bestimmte Krankheit berichten, das unvollständigste Bild über die Therapiemöglichkeiten der Krankheiten zeichnen.

Sie wollen schließlich ihre Produkte verkaufen. Internetseiten von Zeitungen schnitten schlecht ab, ebenso private Internetseiten. Am besten seien die Informationen, die über die Seiten von gemeinnützigen Organisationen, etwa Patientenorganisationen verfügbar waren. Auch medizinische Fachzeitschriften lieferten gute Informationen.

20 Prozent aller Internetseiten, die als Top-10-Resultate bei der Suche erschienen, seien gesponserte Seiten, schreiben die Forscher. "Wichtig ist, dass sich Patienten und Ärzte darüber informieren, wer die Internetseite betreibt." Nur so könnten sie sicher sein, dass sie korrekt informiert werden.

( ph/fp )