Gehör

Golfabschlag manchmal so laut wie ein Düsenjet

Elke Bodderas

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Es ist einfach nur ein „Plopp", aber das macht sich mit der Wucht eines startenden Düsenjets beim Abschlag über das Trommelfell des Spielers her. Das jedenfalls ergaben die Labortests der britischen Mediziner, die sich die neue Generation von Titan-Golfschlägern im Schalltest vorgeknöpft haben.

Die Resultate alarmieren: Die Mediziner sprechen von Geräuschen ähnlich einem Überschallknall. Ein Fall für die Gesundheitsbehörden seien die neuen Schläger wohl vorerst nicht, aber dennoch sollten die Golfspieler zum Schutz ihrer Gesundheit ab sofort vorsichtshalber mit Gehörschutz auf den Platz ziehen, empfehlen die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „British Medical Journal“. Betroffen sind neue Golfschläger aus Titan der Marken King Cobra, Callaway, Nike und Mizuno.

Anlass zu der Untersuchung gab der Fall eines 55-jährigen Profigolfers, der den fraglichen Titanschläger 18 Monate lang dreimal die Woche benutzte. Der Mann ist inzwischen gehörgeschädigt. Der Brite gab an, sein Schläger mache ein Geräusch wie ein Gewehrknall. Er ließ sich untersuchen, und seine Ärzte geben ihm laut „British Medical Journal“ recht: Die Schläger sind zu laut und daher ein Risiko für die Gesundheit.

Die Laborwerte in Zahlen: Der lauteste Schläger, der Ping G10, lag beim Abschlag bei über 130 Dezibel, also knapp über der Schmerzgrenze des menschlichen Gehörs. Ab 110 Dezibel beginnen Geräusche ohrenbetäubend zu werden, ein Rockkonzert bringt es auf 120 Dezibel, die menschliche Schmerzgrenze liegt bei 125 Dezibel – und ab Werten von 140 Dezibel wird das menschliche Gehör dauerhaft geschädigt.