Zeitumstellung

"Ein Jetlag ist schlimmer als die Sommerzeit"

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Am Wochenende beginnt die Sommerzeit. Ärzte bezweifeln, dass die fehlende Stunde zu gesundheitlichen Problemen führt. Katzen ist das ziemlich egal.

Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Zeitumstellung von Winter auf Sommer werden nach Einschätzung des Erfurter Schlafmediziners Bernd Mross überschätzt. „Ein Jetlag nach einem Flug ist mit Sicherheit schwerer zu verkraften“, sagte der Oberarzt vom Helios-Klinikum Erfurt.

Nach Überzeugung des Mediziners hat nur eine sehr kleine Minderheit der Bevölkerung mit der Umstellung zu kämpfen. Das betreffe vor allem Menschen mit einem sehr streng geregelten Tagesrhythmus.

In der Nacht zum Sonntag wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt. Nach Darstellung von Krankenkassen macht die Umstellung auf die Sommerzeit vielen Menschen zu schaffen. Laut KKH-Allianz sorgt die Zeitumstellung bei fast jedem zweiten Menschen für Schlafprobleme. Die DAK berichtete unter Berufung auf eine von ihr in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage, dass vor allem die Ostdeutschen und die Baden-Württemberger mit der Zeitumstellung zu kämpfen hätten. Im Osten und im Südwesten habe nur etwas mehr als jeder Zweite keine Probleme mit der fehlenden Stunde.

Mross äußerte sich zurückhaltend zu diesen Einschätzungen. „Die Sommerzeit kostet eine Stunde Schlaf, mehr ist das nicht“, sagte er. „Deswegen ist man nicht weniger leistungsfähig.“

Nach Angaben des Mediziners, der am Klinikum für das interdisziplinäre Schlaflabor verantwortlich ist, hätte ein Schlafentzug nur über längere Zeit hinweg körperlich Folgen. „Wenn man über Wochen oder Monate auf eine Stunde Schlaf verzichtet, wäre es ungesund.“

Mross räumte allerdings Sommerzeit-Probleme bei Menschen ein, die ohnehin unter Schlafstörungen leiden. Der Arzt empfahl, grundsätzlich auf eine gesunde Schlafhygiene zu achten. „Wichtig sind eine ungestörte Umgebung, Dunkelheit und der Verzicht auf aufregende Fernsehfilme oder Lektüre vor dem Schlafengehen.“

Auch mit Beginn der Sommerzeit sollte der normale Schlafrhythmus beibehalten werden. „Sich mittags hinzulegen, weil eine Stunde Schlaf fehlt, bringt nichts. Beim Jetlag macht man das ja auch nicht.“

Kein Problem für Katzen

Wer sich jetzt um seinen Stubentiger sorgt, kann beruhigt sein: Katzen kommen mit der Umstellung auf die Sommerzeit gut klar. Zwar verfügen die Tiere über eine ausgeprägte innere Uhr und nehmen wahr, wenn sich ihre Fresszeiten verändern. Eine Stunde falle dabei aber nicht so stark ins Gewicht, erläutert der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) in Düsseldorf.

Haben Tierbesitzer dennoch das Gefühl, dass ihre Katze durch die Zeitumstellung irritiert ist, können sie die Fütterungszeiten ein paar Tage lang um 10 bis 15 Minuten vorziehen. So gewöhnten sich die Tiere langsam um.