Neue Studie

Frauen, die später gebären, leben länger

Spätes Baby, langes Leben: Eine Auswertung von Daten aus den USA und Kanada kommt zu überraschenden Ergebnissen – Mütter, die ihr erstes Kind nach dem 45. Lebensjahr oder später geboren haben, leben länger. Zudem zeigen die Forscher, dass auch die Brüder dieser Frauen länger leben. Das lässt nur einen Schluss zu.

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„Wenn Frauen in Ihrer Familie auch in fortgesetzterem Alter Kinder bekommen, dann haben sie wahrscheinlich die Chance älter zu werden, als Sie es unter andern Umständen würden“, schreibt Forscher Ken R. Smith von der Universität von Utah im „Journal of Gerontology“.


Die Wissenschaftler haben die Utah-Poplations-Datenbank, die auch die Lebensdaten von 1,6 Millionen Mormonen und ihren Nachkommen untersucht. Auch Daten von 400.000 Menschen, die zwischen 1608 und 1850 im kanadischen Quebec lebten, analyiserten die Wissenschaftler.


Die Ergebnisse: Bei Frauen, die im Alter von 45 Jahren und älter noch Kinder bekamen, sank das Sterberisiko. Das war bereits von früheren bekannt. Unklar war bisher allerdings, ob die Langlebigkeit darauf zurückzuführen ist, dass sie Langlebigkeitsgene habe, dass sie besser ernährt sind, gesünder leben oder ein besseres soziales Netz haben. Deshalb ist das zweite Ergebnis der Auswertung auch so interessant: Nicht nur die Spätgebärenden lebten demnach länger, sondern auch Männer, die mindestens drei Schwestern hatten, von denen mindestens eine nach dem 45. Lebensjahr ein Baby bekam. Auch das dritte Ergebnis der Studie ließ die Forscher aufmerken. Denn die Schwägerinnen der Spätgebärenden hatten keineswegs eine höhere Lebenserwartung.


Alle drei Punkte zusammengenommen zeige sich, dass offenbar die Gene, die einer Frau eine späte Geburt ermöglichen, auch ihre und die Lebenserwartung ihrer Brüder verlängern. Langlebigkeit von Frauen und Männern und eine relativ lange Fruchtbarkeit der Frauen liegen wird im Erbgut von den gleichen Genen codiert.