Stoffwechsel

Ernährung des Vaters beeinflusst die Nachkommen

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Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass sich beispielsweise bei Mäusen das Futter des Vatertiers auf die Aktivität der Nachwuchsleber auswirkt.

Die Ernährung beeinflusst nicht nur den eigenen Stoffwechsel, sondern auch den des Nachwuchses. In einer Studie an Mäusen wiesen Forscher nach, dass das Futter des Vatertiers sich auf die Leberaktivität der nächsten Generation auswirkt.

Schon frühere Studien hatten darauf hingedeutet, dass die Ernährung eines Menschen die Nachkommen über Generationen beeinflusst. Musste der Großvater hungern, so neigen die Enkel demnach verstärkt zu Übergewicht und Herz-Kreislauferkrankungen. Nun fütterten die Forscher der Universität von Massachusetts männliche Mäuse bis zur sexuellen Reife kontinuierlich mit proteinarmer Kost.

Dies beeinflusste beim Nachwuchs die Aktivität Hunderter Gene, wie Untersuchungen der Leber ergaben. Insbesondere änderte sich der Cholesterin-Stoffwechsel, wie die Forscher in der Zeitschrift „Cell“ schreiben. Da die Väter keinen direkten Kontakt zu den Jungtieren hatten, muss die Information über die Spermien weitergegeben worden sein. Den genauen Mechanismus kennen die Forscher allerdings nicht.

„Diese Resultate deuten darauf hin, dass wir das grundlegende Vorgehen bei epidemiologischen Studien komplexer Erkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen oder Alkoholismus überdenken müssen“, schreiben sie. Künftig müsse man bei solchen Untersuchungen auch Daten der Eltern berücksichtigen.

Einstweilen sind die Forscher gespannt auf die nächste Mausgeneration: „Studien an Menschen deuten darauf hin, dass die Geschichte der Großeltern am stärksten auf die Enkel einwirkt.“