Erziehung

Mäßiger Alkoholgenuss in der Familie verhindert Sucht

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Wer von der Familie sachte an den Alkohol herangeführt wird, neigt seltener zum Vollrausch-Trinker. Was beweist: Das Verbotene lockt.

Jugendliche und junge Erwachsene, die in ihren Familien zum Essen eine geringe Menge an alkoholischen Getränken konsumieren dürfen, betrinken sich als Erwachsene seltener bis zum Vollrausch und werden seltener alkoholkrank als Jugendliche, die einem Alkoholverbot unterliegen. Das berichten Forscher um Lee Strunin von der Boston University (US-Staat Massachusetts) im Journal „Addiction, Research and Theory“.

Die Forscher hatten dies in einer – zugegeben kleinen – Untersuchung mit 160 Personen in Italien herausgefunden, die Daten waren in Interviews erhoben worden. Das Ergebnis stütze ähnliche Studien, die in der Vergangenheit schon gezeigt hatten: Ein moderater, altersangepasster Alkoholkonsum in der Familie wirkt suchtvorbeugend. Auf das in diesem Punkt liberalere Italien und die restriktiveren USA gemünzt, schreiben sie : „Jugendliche in diesen Kulturen lernen, verantwortungsbewusster zu trinken als ihre US-Altersgenossen.“

Toleranz gegen Missbrauch: Die US-Studie scheint eine im Grunde alte, aber häufig missachtete Weisheit zu reflektieren: Das Verbotene lockt. Überzogene Verhaltensregeln für Jugendliche können das Gegenteil dessen bewirken, was sie bezwecken. Auf ein verwandtes Problem hatten in den vergangenen Jahren US-Forscher auch mit Blick auf die Sexualmoral hervorgehoben: Wo Programme Jugendliche zur sexuellen Abstinenz angehalten hatte, war die Zahl der Teenager-Schwangerschaften gestiegen.

( wom )