Lungenkrankheit

Coronavirus: Symptome und Verlauf der Lungenkrankheit

Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus steigt auf der Welt. Doch wie verläuft die durch den Erreger ausgelöste Lungenkrankheit?

Helfen Atemschutzmasken gegen das Coronavirus?

Das Coronavirus verbreitet sich weltweit. Viele Bürger kaufen Atemschutzmasken – aber was bringen Schutzmasken gegen Viren?

Beschreibung anzeigen
Berlin. 
  • Mindestens 85.000 Menschen sind in Deutschland mit dem neuen Coronavirus infiziert, 1107 Menschen sind bereits daran gestorben (Stand 3. April, 13.00 Uhr)
  • Besonders hohe Zahlen haben Nordrhein-Westfalen und Bayern: Zur Bewältigung der Corona-Krise hält die Bundeswehr von diesem Freitag an 15 000 Soldaten bereit zur Unterstützung von Ländern und Kommunen
  • Viele der Infizierten bemerken lediglich leichte Symptome, allerdings steigt auch in Deutschland die Zahl der schweren Verläufe mit der Lungenkrankheit Covid-19
  • Die häufigsten Symptome sind jedoch Fieber und trockener Husten
  • Einen typischen Krankheitsverlauf gibt es nicht: Manch ein Infizierter hat gar keine Symptome, andere kämpfen mit schweren Lungenentzündungen oder sogar Lungenversagen
  • Experten gehen davon aus, dass etwa die Hälfte der Infizierten symptomlos bleiben
  • Wie unterscheiden sich die Symptome einer Grippe von der des Corona-Virus? Und wie sieht die Therapie aus?

Was im Dezember wahrscheinlich auf einem Wildtiermarkt im zentralchinesischen Wuhan begann, ist inzwischen zu einer Pandemie geworden. Weltweit sind mehr als 597.000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 27.000 sind an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, die der Erreger auslöst.

Doch die Zahlen sagen nur bedingt etwas aus. Etwa die Hälfte der Menschen, die sich angesteckt haben, würden das gar nicht merken, sagte kürzlich RKI-Chef Lothar Wieler: „Die sehen wir gar nicht.“ Über die Beschwerden der erkannten Infizierten liegen inzwischen aus mehreren Ländern und zunehmend auch aus Deutschland Daten vor.

Coronavirus: Typische Symptome und wichtige Fragen

Inhalte dieses Artikels:

  1. Coronavirus-Ursprung: Woher kommt der Erreger und was weiß man über ihn?
  2. Wie überträgt sich das Coronavirus?
  3. Wie lange ist man noch ansteckend?
  4. Wie hoch ist die Sterblichkeitsrate?
  5. Wie lange hält sich das Coronavirus auf Oberflächen?
  6. Immunität: Können sich Menschen zweimal mit dem Coronavirus anstecken?
  7. Welche Symptome treten bei Infektion mit dem Coronavirus auf?
  8. Ist Schnupfen ein Symptom?
  9. Coronavirus-Hotline: Wen im Notfall anrufen?
  10. Coronavirus: Was muss ich zum Arzt?
  11. Grippe vs. Coronavirus – Was sind die Unterschiede?
  12. Coronavirus-Schnelltest – Wie funktioniert er?
  13. Wie sieht die Behandlung aus?
  14. Wann gibt es einen Impfstoff gegen das Coronavirus?

Coronavirus-Ursprung: Seit wann ist Coronavirus bekannt?

Bei dem Erreger handelt es sich um ein Virus aus der Gruppe der Coronaviren. „Wir kennen diese Virusgruppe seit vielen Jahren und jeder zehnte Deutsche hat schon einmal mit ihr Kontakt gehabt“, sagt Professorin Marylyn Addo vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Coronaviren können harmlose Erkältungen auslösen, aber auch schwere Erkrankungen wie Sars oder Mers. Lesen Sie hier: Alle Entwicklungen und Nachrichten zum Coronavirus im Ticker.

Das neuartige Virus trägt den Namen Sars-CoV-2, weil es eine große Ähnlichkeit zu dem Sars-Erreger aufweist. Man geht bislang davon aus, dass das Virus von einem Tier – welches ist unklar – auf den Menschen übergegangen ist. Seitdem überträgt es sich auch von Mensch zu Mensch. Als Ursprung der Pandemie im Dezember 2019 gilt ein inzwischen geschlossener Fischmarkt in der chinesischen Metropole Wuhan, auf dem auch Wildtiere angeboten wurden.

Wie überträgt sich das Coronavirus?

Die anfängliche Vermutung, das Virus könne nur von Menschen übertragen werden, die bereits Symptome zeigen, ist widerlegt. „Der Erreger kann auch in der Inkubationszeit übertragen werden“, sagt Marylyn Addo. Die Inkubationszeit bezeichnet die Zeit bis die Erkrankung nach der Ansteckung ausbricht. Bei Sars-CoV-2 beträgt sie ein bis 14 Tage, im Schnitt fünf bis sechs Tage. Lesen Sie hier: Aktuelle Nachrichten zum Coronavirus in den USA

Die Übertragung erfolgt nach bisherigen Erkenntnissen vor allem über Tröpfcheninfektion:

  • Niesen
  • Husten

Also ein Infizierter niest, ein anderer atmet die fliegenden Tröpfchen ein und sie gelangen an die Schleimhäute der Atemwege. Auch eine Übertragung durch die Hände ist möglich. Szenario: Jemand niest sich in die Hand, fasst eine Türklinke an, der nächste fasst unmittelbar danach die Klinke an und sich dann ins Gesicht – zum Beispiel in den Mund oder in die Nase.

Eine Infektion durch kontaminierte Oberflächen hält das Robert Koch-Institut (RKI) grundsätzlich für nicht ausgeschlossen. Welche Rolle dieser Übertragungsweg spielt, ist jedoch nicht bekannt.

Sars-CoV-2 ist nach bisherigen Erkenntnissen ein sehr ansteckendes Virus. Man geht davon aus, dass ein Infizierter zwischen 2,4 und 3,3 weitere ansteckt.

Coronavirus Sars-CoV-2: Wie lange ist man ansteckend, wenn man infiziert ist?

Wie lange man genau ansteckend ist, ist nicht ganz klar. Bis zu 18 Tage nach Krankheitsbeginn wurden in vielen Studien Viren in den Atemwegen von Infizierten festgestellt. Ob diese noch vermehrungsfähig waren, ist unklar. Auch gab es keine genaue Aussage über die Viruslast.

Spahn: "Ich setze auf die Vernunft der Bürger"
Spahn- Ich setze auf die Vernunft der Bürger

Sterblichkeitsrate: Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Die sogenannte Letalität, also die Sterblichkeitsrate, kann derzeit nicht seriös bestimmt werden. Denn dafür müssten alle Infizierten erkannt werden. Werden viele Fälle nicht entdeckt, wird die Letalität überschätzt – sie ist also in Wirklichkeit niedriger. Im Fall von Sars-CoV-2 könnten viele Fälle unentdeckt bleiben, weil ein großer Teil der Infektionen sehr mild verläuft und manche Menschen gar keine Symptome zeigen.

Aktuell unterscheidet sich die Sterblichkeit von Covid-19 von Land zu Land. So lag die Letalität in der am stärksten von dem Ausbruch betroffenen Region Hubei in Zentralchina laut Chinesischem Zentrum für Seuchenkontrolle und Prävention (CCDC) aktuell bei rund 4,5 Prozent, im Rest von China bei 2,3 Prozent (Stand: 28. März). In Deutschland liegt sie aktuell bei etwa 0,5 Prozent. Warum die niedrige Todeszahl Deutschlands großer Vorteil in der Corona-Krise sein könnte.

Dass sich die Letalität zum Teil stark unterscheidet, kann unterschiedliche Gründe haben. Neben Unterschieden in der Testung – etwa wie breit getestet wird – kann das auch am Zustand des Gesundheitssystems liegen und an der Frage: Wie gut sind die Patienten versorgt? Auch die Altersstruktur einer Gesellschaft kann eine Rolle spielen – je älter die Gesellschaft, desto mehr Menschen aus der Risikogruppe sind Teil von ihr. Besonders gefährdet für einen schweren Verlauf mit Covid-19 sind Menschen ab 80 Jahren.

Wie lange hält sich Coronavirus auf Oberflächen?

Das neuartige Coronavirus ist einer Studie zufolge auch noch nach Stunden auf Oberflächen auffindbar.

  • Auf Kupfer seien lebensfähige Viren bei Tests bis zu vier Stunden,
  • auf Pappe bis zu 24 Stunden und auf Plastik und
  • rostfreiem Stahl bis zu drei Tage nachweisbar gewesen,

teilten die Forscher unter anderem von der Universität Princeton und der University of California in Los Angeles am Dienstag (Ortszeit) mit. Allerdings reduzierte sich die sogenannte Infektionsdosis auf allen Oberflächen über diese Zeiträume deutlich.

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) verweist auf diese Untersuchung. Das BfR schreibt weiter: „Im Allgemeinen sind humane Coronaviren nicht besonders stabil auf trockenen Oberflächen. In der Regel erfolgt die Inaktivierung in getrocknetem Zustand innerhalb von Stunden bis einigen Tagen.“ Es gebe bislang keine Fälle, bei denen sich Menschen nachweislich durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen angesteckt haben. Lesen Sie dazu: So lange hält sich das Coronavirus auf verschiedenen Oberflächen.

Die US-Forscher verglichen in dieser ersten kleinen Studie den Erreger SARS-CoV-2, der die Erkrankung Covid-19 verursacht, mit dem Erreger SARS-CoV-1, der die erstmals 2002 beobachtete Infektionskrankheit SARS auslöst. Sie fanden heraus, dass beide Virenarten ähnlich stabil sind. Die Stabilität erkläre somit nicht, wieso SARS-CoV-2 anders als SARS-CoV-1 zu einer Pandemie geführt habe, schreiben die Forscher.

Lesen Sie hier: Kontaktverbot statt Ausgangssperre: Diese neuen Corona-Regeln gelten jetzt für Deutschland.

Zudem kann das Virus möglicherweise auf heißen Oberflächen nicht so lange überleben, da die es umgebende Fettschicht schneller austrocknet. Allerdings ist ein warmes Klima kein Garant dafür, dass das Virus gar nicht mehr auftritt. So wurden etwa in Australien fast 2500 Infektions- und acht Todesfälle registriert.

Desinfektionsmittel selbst herstellen: So wird es gemacht
Desinfektionsmittel selbst herstellen- So wird es gemacht

Immunität: Können sich Menschen zweimal mit dem Coronavirus anstecken?

Noch lernt die Wissenschaft beinahe täglich Neues über das neuartige Virus Sars-CoV-2. Doch derzeit geht man davon aus, dass eine Infektion mit Sars-CoV-2 zu einer Immunität führt, man sich also nach überstandener Infektion nicht direkt wieder anstecken kann. Wie lange dieser Schutz hält, ob Wochen, Monate, Jahre, ist indes noch unklar. Lesen Sie hier: Coronavirus – So funktioniert die elektronische Krankschreibung.

Trump attackiert wegen Coronavirus erneut China
Trump attackiert wegen Coronavirus erneut China

Doch Berichte über Menschen, die zweimal positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden, haben die Annahme der Immunität ins Wanken gebracht. Laut Wissenschaftlern gibt es jedoch mehrere mögliche Erklärungen für ein positives Testergebnis nach der Genesung. So könne virale RNA, also das Erbgut des Erregers, oft lange nachdem das infektiöse Virus verschwunden ist, noch nachgewiesen werden, erklärt Professor Florian Krammer von der New Yorker Icahn School of Medicine at Mount Sinai. „Das kommt bei Masern vor, aber auch bei Zika und Ebola.“ Auch ein falsch durchgeführter Test sei eine Möglichkeit. So schützt sich Deutschland vor dem Coronavirus.

Die Leiterin der Forschungsgruppe Emerging Viruses am Uniklinikum Genf bestätigt das: „Wir kennen solche Befunde auch von anderen, respiratorische Erkrankungen auslösenden Viren, wie beispielsweise bei Grippeviren“, sagt Professorin Isabella Eckerle. Lesen Sie hier: Italien so stark vom Coronavirus betroffen wie kein anderes Land in Europa.

Dabei seien auch gegen Ende der Erkrankung, wenn der Patient schon wieder gesund sei, noch Reste des Virus in den Atemwegen zu finden. „Man muss daher sehr vorsichtig sein, solche positiven Tests bei genesenen Patienten als eine Reinfektion zu interpretieren“, sagt Eckerle. Man wisse außerdem noch nicht genau, bis zu welcher Menge der Virus-RNA tatsächlich noch eine Infektiosität vorliege. „Dazu sind noch umfassende Studien notwendig.“

Die Experten gehen derzeit also davon aus, dass genesene Patienten nach einer Infektion immun gegen eine erneute Ansteckung werden. „Generell ist es so, dass es in Ausbrüchen immer Einzelfälle gibt, die man sich schwer erklären kann“, sagt Eckerle. Man habe aber Daten dazu, dass Covid-19-Patienten nach einer Infektion mit dem Virus Antikörper bildeten. Nur, wie lange eine Immunität anhalte, wisse man eben derzeit nicht.

Covid-19: Welche Symptome treten bei Infektion mit dem Coronavirus auf?

Die Inkubationszeit – der Zeitraum zwischen Infektion und Beginn von Symptomen – beträgt ein bis 14 Tage, im Schnitt fünf bis sechs Tage. Die Verläufe der Lungenerkrankung Covid-19 variieren dabei laut dem RKI stark. Sie reichten von Verläufen ohne Symptome bis hin zu schweren Lungenentzündungen mit Lungenversagen. Nach Auswertung vieler Fälle lässt sich aber sagen, die häufigsten Symptome sind

  • Fieber
  • trockener Husten

Es gibt auch Berichte über

  • Schnupfen,
  • Kurzatmigkeit,
  • Gliederschmerzen,
  • Hals- und Kopfschmerzen.
  • Manche Infizierte litten auch unter Durchfall oder Erbrechen.

Wie unter anderem der Bayerische Rundfunk berichtet, zählt möglicherweise noch eine weitere Symptomatik dazu: ein über mehrere Tage andauernder Geruchs- und Geschmacksverlust. „Bei unserem ersten Patienten, den wir getroffen haben, haben wir das gar nicht so ernst genommen, dass ihm das Essen nicht mehr schmeckt. Aber beim zweiten kam dann die gleiche Aussage“, sagte Professor Hendrik Streeck, Leiter des Instituts für Virologie, Universitätsklinikum Bonn, dem Sender.

Weiter führte der Professor aus: „Ein Patient klagte, dass er das Shampoo unter der Dusche nicht mehr gerochen hat.“ Eine Mutter habe die vollen Windeln vom Neugeborenen nicht mehr wahrnehmen können. „Und eine Krankenschwester hat sogar selber mit Essigessenz ihre Geruchsfähigkeit getestet, als sie uns das erzählt hat“, sagte Streeck weiter.

Der genaue Hintergrund ist unklar. Gesichert erscheint dem Bericht zufolge allerdings, dass der Verlust der Sinneswahrnehmung nur über einen kurzen Zeitraum, nämlich über zwei bis drei Tage, erfolgt.

Coronavirus: Tabelle zeigt Symptome

Gefährlich wird eine Infektion mit Sars-CoV-2 vor allem für alte Menschen und solche mit schweren Vorerkrankungen wie Herzkreislauf-Erkrankungen, COPD und Diabetes. Lesen Sie hier: Coronavirus-Risikogruppen: Wer besonders gefährdet ist

Grippe vs. Coronavirus – Was sind die Unterschiede?

Nach den bisher bekannten Zahlen ist das neuartige Coronavirus laut RKI tödlicher als die Grippe. Wie viel höher die Sterberate ausfalle, werde man nach dem Ende der Epidemie sehen, sagte Institutspräsident Lothar Wieler. Bisheriger Verlauf: Coronavirus-Ausbreitung – Aktuelle weltweite Zahlen zur Coronavirus-Pandemie.

Grippepandemien – nicht die saisonale Grippe – hätten eine Fallsterblichkeit von 0,1 Prozent bis hin zur allerschwersten Pandemie im Jahr 1918 von 2,5 Prozent.

Der Höhepunkt der diesjährigen Grippewelle in Deutschland scheint Experten zufolge überschritten. Das geht aus einem Bericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hervor. Bislang gibt es 2020 schon mehr als 320 Grippe-Tote und mehr als 119.000 Infizierte.

Häusliche Quarantäne: Die wichtigsten Infos auf einen Blick
Häusliche Quarantäne- Die wichtigsten Infos auf einen Blick

Coronavirus-Hotline: Wen im Notfall anrufen?

Wer denkt, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, sollte nicht gleich einen Arzt aufsuchen, sondern zunächst Rat am Telefon oder im Internet suchen.

Viele Ministerien auf Bundes- und Landesebene haben auf ihren Internetseiten umfassende Informationen zum Coronavirus zusammengestellt. Auch Hotlines für telefonische Fragen wurden in einigen Bundesländern eingerichtet. Eine Auswahl:

Infotelefon des Bundesgesundheitsministeriums zum Coronavirus:

  • Telefon: (030) 346465100 (Montag bis Donnerstag: 8 bis 18 Uhr; Freitag: 8 bis 16 Uhr)

Infotelefon des Bundeswirtschaftsministerims (für wirtschaftsbezogene Fragen):

  • Telefon: (030) 18 615 0 (Montag bis Freitag: 9 bis 17 Uhr)
  • E-Mail: buergerdialog@bmwi.bund.de

Hotline des Senats in Berlin

  • Telefon: (030) 90 28 28 28

Hotline der Hamburger Gesundheitsbehörde:

  • Telefon: (040) 428 284 000

Bürgertelefon zum Coronavirus der NRW-Landesregierung:

  • Telefon: (0211) 9119 10 01 (Montag bis Freitag: 8 bis 18 Uhr)

Hotline des Thüringer Landesamtes für Verbraucherschutz:

  • Telefon: (0361) 57 381 50 99

Der Ärztliche Bereitschaftsdienst:

  • Telefon: 116 117

Unabhängige Patientenberatung Deutschland

  • Telefon: 0800 011 77 22

Coronavirus: Wann muss ich zum Arzt?

Beim Verdacht, sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt zu haben, gilt zunächst: Wer Kontakt zu Infizierten hatte, sollte sich unabhängig vom Auftreten von Symptomen bei seinem Gesundheitsamt melden. Gleiches gilt für Reisende aus Risikogebieten, bei denen Symptome auftreten. Das RKI bietet online eine Postleitzahlsuche an, um das zuständige Gesundheitsamt zu finden.

Alle anderen wenden sich bei verdächtigen Symptomen an das Amt oder den Hausarzt, der bei Verdacht auf Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus eine Laboruntersuchung veranlassen kann. Betroffene sollten vor dem Gang in die Praxis unbedingt dort anrufen – um nicht noch schlimmstenfalls andere anzustecken. So soll man sich beim Verdacht auf Covid-19 verhalten.

Wie kann man sich schützen?

Das Robert Koch-Institut (RKI) verweist auf die Maßnahmen, die auch zum Beispiel in der aktuellen Grippesaison gelten: gute Händehygiene, Husten- und Niesetikette und sich fern von Erkrankten halten. Seuchen-Experten raten zur Händedesinfektion, um sich vor dem Coronavirus zu schützen. Experten empfehlen, sich an Basishygiene-Empfehlungen zu halten. Dazu gehöre auch, sich zum Beispiel nicht ins Gesicht zu fassen.

Helfen Atemschutzmasken gegen das Coronavirus?
Helfen Atemschutzmasken gegen das Coronavirus?

Trotz der steigenden Zahl von Coronavirus-Infektionen sieht RKI-Präsident Wieler, Deutschland dem Erreger „nicht schutzlos“ ausgeliefert. Alle könnten selbst etwas dafür tun, angefangen von „banalen Dingen“ wie Händewaschen bis hin zum Meiden von sozialen Kontakten oder dem öffentlichen Verkehr.

Schützen Mundschutz und Atemmasken vor dem Coronavirus?

Ein Mundschutz kann keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Ansteckung vor dem Coronavirus bieten. Dafür aber zumindest das Ansteckungsrisiko minimieren. Lesen Sie dazu: Helfen Mundschutz oder FFP-Masken gegen das Coronavirus?

In diesem Zusammenhang wird auch immer wieder über eine Mundschutzpflicht in Deutschland diskutiert, so wie es unter anderem auch der Handel fordert.

Wie gefährdet sind Kinder durch das Coronavirus?

Derzeit gehen Wissenschaftler davon aus, dass Kinder durch Sars-CoV-2 nicht besonders gefährdet sind. Es ist sogar wahrscheinlich, dass eine Infektion bei ihnen in der Regel besonders mild verläuft. Das legt eine aktuelle Studie chinesischer Wissenschaftler gemeinsam mit Forschern von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health nah.

Das Team hatte die Fälle von 391 Infizierten und deren rund 1300 Kontaktpersonen analysiert. Dabei kommen sie zu dem Schluss, dass sich Kinder zwar genauso häufig mit dem Virus anstecken wie Erwachsene, aber weniger starke oder keine Symptome zeigen. Dennoch sind Kinder Treiber für die Verbreitung. Coronavirus: Schulen und Kitas geschlossen – was Eltern wissen müssen.

So entsteht ein Impfstoff
So entsteht ein Impfstoff

Die Studie hat noch nicht das übliche Verfahren durchlaufen, bei dem unabhängige Experten die Arbeit auf ihre Qualität überprüfen. Die Ergebnisse sind also noch mit Vorsicht zu betrachten, sie bestätigen jedoch ältere Vermutungen. Warum Kinder eine Infektion mit Sars-CoV-2 besser wegstecken, weiß bislang niemand. Auch Schwangere scheinen laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) nicht besonders gefährdet für einen schweren Verlauf zu sein.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach empfiehlt auch Kindern die klassischen Maßnahmen wie eine gute Handhygiene.

Coronavirus-Schnelltest – Wie funktioniert er?

Ein Abstrich und nur wenige Stunden später ist klar: Ein Mensch ist mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert – oder eben nicht. Die Testmethode, entwickelt von einem Team des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung an der Berliner Charité, basiert auf einer Standardprozedur, die seit Jahren in der Virusdiagnostik angewendet wird. Alles was man über den Coronavirus-Test wissen muss.

Dabei wird Material zum Beispiel vom Rachen des Patienten genommen und das darin befindliche Erbmaterial extrahiert, erklärt Dr. Thorsten Wolff vom RKI. „Jedes Virus hat sein eigenes Erbmaterial, das einzigartig ist“, sagt Wolff – der Fingerabdruck des Virus. Anschließend wird eine Methode angewandt, für die es in den 90er-Jahren den Nobelpreis gab: die sogenannte Polymerase-Kettenreaktion (PCR).

Mithilfe dieser Methode können kleine Abschnitte des Erbmaterials (Nukleinsäurestücke) gezielt vermehrt werden. „Dann wird noch eine Sonde hinzugefügt, die ein fluoreszierendes Signal abgibt“, sagt Wolff. Auch bei dieser Sonde handelt es sich um ein kleines Nukleinsäurestückchen. 45 Vermehrungszyklen durchläuft das Erbmaterial mit der Sonde.

Schließlich lässt sich an der Stärke des Signals ablesen, wie viel Erbmaterial in der Probe enthalten war. Wie hoch also die Viruslast ist. Neu an dem aktuellen Test ist das Sonden-Set, sagt Wolff: „Es ist in der Lage, nur das neue Coronavirus zu erkennen und nicht auch bei ähnlichen Coronaviren ein Signal abzugeben.“ Außerdem kann noch während der Vermehrungszyklen die Viruslast ermittelt werden.

Coronavirus-Test: Wer wird getestet?

  • Symptome haben wie Erkältung und Halsschmerzen und innerhalb der letzten zwei Wochen Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Fall hatten.
  • Und Menschen, die zuvor in einem Risikogebiet waren.

Diese Kriterien werden kontinuierlich evaluiert.

Coronavirus breitet sich aus: Wie sieht die Therapie aus?

„Die Therapie von Covid-19 ist abhängig von den Symptomen“, sagt Dr. Stefan Moritz vom Universitätsklinikum Halle. Derzeit gebe es noch keine zugelassene Therapie zur Behandlung der Lungenerkrankung. „Die Therapie erfolgt hauptsächlich symptomatisch“, sagt Moritz, „das heißt, die Begleiterscheinungen werden behandelt.“ So würden zum Beispiel Medikamente verabreicht, die fiebersenkend und entzündungshemmend wirken. „In schweren Fällen kann im Falle von bakteriellen Superinfektionen der Einsatz von Antibiotika notwendig werden.“

Ärztliche Experten haben aktuelle Empfehlungen zur intensivmedizinischen Therapie von Covid-19-Patienten vorgelegt. „Es ist uns wichtig, den Kliniken vor Ort in einem kompakten Paper Empfehlungen zum Umgang mit Covid-19-Patienten zur Verfügung zu stellen, die eine intensivmedizinische Behandlung brauchen“, erklärte am Freitag das Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin (DGIIN), Stefan Kluge.

„Die Verbreitung des Virus Sars-CoV-2 entwickelt sich derzeit sehr dynamisch – wir gehen fest davon aus, dass dies zu einem weiteren Anstieg an Intensivpatienten führt“, betonte Kluge, der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ist.

Die aktuellen Empfehlungen wurden unter Federführung der DGIIN von Experten mehrerer Fachgesellschaften veröffentlicht. Grundsätzlich wird den Angaben zufolge in dem Paper empfohlen, dass sich multidisziplinäre Teams in den jeweiligen Kliniken mit der Thematik befassen sollten. Dazu sollen in jedem Fall Intensivmediziner, Pflegekräfte, Infektiologen und Krankenhaushygieniker gehören.

Laut den Empfehlungen sollte nur geschultes Personal Zugang zu den Betroffenen haben und dieses Personal möglichst von der Versorgung anderer Patienten freigestellt werden.

Gibt es eine Impfung gegen das Coronavirus?

Eine Impfung gibt es derzeit nicht und „wird es innerhalb dieses Jahres nicht mehr geben“, sagt RKI-Präsident Wieler. Doch das RKI empfiehlt besonders älteren und chronisch kranken Menschen, die aktuellen Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) ernst zu nehmen – etwa gegen Pneumokokken, Keuchhusten und Influenza.

Diese Impfungen schützen nicht direkt vor einer Infektion mit Sars-CoV-2, aber vor anderen Lungeninfektionen – die den Verlauf von Covid-19 negativ beeinflussen würden.

Coronavirus in Deutschland – Informationen aus den Regionen Deutschlands

Coronavirus in der Region Berlin und Brandenburg

Die „Berliner Morgenpost“ hat alle Informationen zum Coronavirus in Berlin und Brandenburg auf dieser Seite zusammengetragen.

Coronavirus in Niedersachsen

Auf dieser Seite der „Braunschweiger Zeitung“ finden Sie alle Informationen zum Coronavirus in der Region Braunschweig (Wolfsburg, Salzgitter, Gifhorn, Peine, Wolfenbüttel und Helmstedt).

Coronavirus in Nordrhein-Westfalen

Über die aktuelle Entwicklung zum Coronavirus in Nordrhein-Westfalen berichtet die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ auf dieser Seite.

Coronavirus in Hamburg

Das „Hamburger Abendblatt“ bündelt auf dieser Coronavirus-Themenseite alle Informationen zum neuartigen Virus aus China.

Coronavirus in Thüringen

Auch in Thüringen wurden Coronavirus-Infektionen bestätigt. Die „Thüringer Allgemeine“ berichtet im Coronavirus-Liveblog über aktuelle Entwicklungen.

Coronavirus-Monitor weltweit, Deutschland und Europa

Alle aktuellen Coronavirus-Fallzahlen aktualisieren wir in Echtzeit in unserem Coronavirus-Monitor. Auf dieser Karte finden Sie alle bestätigten Infektionen. Hinweis: Die Karte aktualisiert sich in Echtzeit, ist damit also aktueller, weshalb die Zahlen meist von denen des RKI abweichen, weil unterschiedliche Datenquellen (Johns Hopkins University CSSE, NHC, DXY (China) und Meldungen der deutschen Behörden und RKI verwendet werden).

(lary/bekö)