Pandemie

Coronavirus: Symptome, Anzeichen und Verlauf von Covid-19

| Lesedauer: 13 Minuten
Omikron-Subtyp BA.2 legt laut RKI weiter zu

Omikron-Subtyp BA.2 legt laut RKI weiter zu

Ein Omikron-Subtyp verunsichert viele: Ist BA.2 neuer Treibstoff für die Pandemie? Das RKI nimmt die Entwicklung in den Blick – und mahnt zum Schutz gefährdeter Gruppen angesichts geplanter Öffnungsschritte.

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Was sind die Anzeichen einer Corona-Infektion? Was ist über das Virus bekannt? Wann sollte man zum Arzt gehen? Die wichtigsten Infos.

Berlin. 
  • Vor mehr als zwei Jahren wurde das Coronavirus Sars-CoV-2 in China entdeckt
  • Die Corona-Pandemie hat Deutschland und die Welt auch 2022 immer noch fest im Griff
  • Die wichtigsten Fakten zu Varianten, Symptomen, ersten Anzeichen und Krankheitsverlauf

Die Corona-Pandemie bestimmt auch im Jahr 2022 immer noch das tägliche Leben in Deutschland und der Welt. Vor rund zwei Jahren tauchten erste Berichte über das neuartige Coronavirus und die dadurch ausgelöste Krankheit Covid-19 auf. Von China aus verbreitete sich der Erreger über die ganze Welt und sorgte für viele Lockdowns.

Mittlerweile weiß man nicht nur mehr über Symptome, Übertragung, Verläufe, Impfungen und Behandlungsmöglichkeiten. Neben der Forschung hat sich auch das Virus weiterentwickelt – mehrere Mutationen werden als "Variant of Concern" durch die Weltgesundheitsorganisation beobachtet. Sie haben den Wildtypus des Virus verdrängt. Momentan sorgt vor allem die Omikron-Variante für einen explosionsartigen Anstieg der Neuinfektionen.

In diesem Artikel finden Sie die wichtigsten Informationen zum Coronavirus:

  • Welche Symptome treten bei einer Coronavirus-Infektion auf?
  • Sind die Symptome bei den Corona-Varianten anders?
  • Übertragung: Wie steckt man sich mit Covid-19 an?
  • Wie lange ist die Inkubationszeit?
  • Wie ist der Verlauf einer Erkrankung mit dem Coronavirus?
  • Wie wird man bei einer Corona-Infektion behandelt?
  • Welche Impfstoffe gibt es mittlerweile gegen das Coronavirus?
  • Wann sollte man wegen einer Infektion mit dem Coronavirus zum Arzt gehen?
  • Corona bei Kindern – Was sind die typischen Symptome?
  • Grippe vs. Corona – was sind die Unterschiede?
  • Allergie oder Corona?
  • Coronavirus-Hotline: Wen im Notfall anrufen?

Corona: Das Wichtigste zu Symptomen und Co.

Nicht alle Covid-19-Erkrankten haben die gleichen Symptome. Viele Infizierte weisen sogar asymptomatische Krankheitsverläufe auf: Sie bemerken gar nicht, dass sie sich angesteckt haben.

Überschneidungen der typischen Symptome von Covid-19 mit anderen Erkrankungen wie der Grippe gibt es durchaus. Die Datenlage ist heute im Vergleich zu Beginn der Pandemie deutlich besser und eindeutiger, da inzwischen zahlreiche Informationen über die Beschwerden der Patienten mit nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen aus Deutschland und vielen anderen Ländern vorliegen.

Was sind erste Anzeichen und typische Symptome von Covid-19?

Die Verläufe der Erkrankung Covid-19 variieren laut Robert Koch-Institut (RKI) stark. Im schlimmsten Fall reichen sie bis hin zu schweren Lungenentzündungen mit Lungenversagen. Die häufigsten Corona-Symptome sind laut RKI:

  • Husten: Viel der Infizierten klagen über Husten.
  • Fieber: Auch Fieber zählt zu den klassischen Symptomen einer Infektion mit dem Coronavirus. 26% der Erkrankten weisen nach Angaben des RKI eine Körpertemperatur über 38°C auf.
  • Schnupfen: Eine verstopfte oder fließende Nase kann ebenfalls auf eine Ansteckung hinweisen.
  • Störung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns: Wer plötzlich nichts mehr riechen und schmecken kann, sollte hellhörig werden. Das RKI konnte diese Symptomatik besonders bei den Anfangsvarianten feststellen.
  • Lungenentzündung: In schweren Fällen können Infizierte entwickeln auch eine Pneumonie entwickeln. Die Symptome sind neben Fieber, Erschöpfung und Husten auch Probleme beim Atmen und Brustschmerzen.
  • Hals-, Kopf- oder Gliederschmerzen: Ein Kratzen im Hals, Kopfweh und Gliederschmerzen können auf eine Infektion mit Covid-19 hindeuten. Es kann auch zu einer Schwellung der Lymphknoten im Halsbereich kommen. Vereinzelt treten Rachenentzündungen auf. Erschöpfung ist ein Symptom.
  • Magen-Darm-Beschwerden: Infizierte werden mitunter von Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit oder Bauchschmerzen geplagt. Diese Symptome können zu einem Gewichtsverlust führen.
  • Kurzatmigkeit: Das Gefühl, schlechter Luft zu bekommen, kann bei einer Coronainfektion auftreten. Das Bundesministerium für Gesundheit rät in dem Fall, ärztliche Hilfe aufzusuchen.

Auch von Symptomen wie Bindehautentzündung, Hautausschlag, Apathie oder Somnolenz berichtet das RKI.

Omikron: Sind Symptome bei den Corona-Varianten anders?

Viren mutieren. Das ist auch bei dem Coronavirus der Fall. Im Laufe der Pandemie wurden verschiedene Varianten entdeckt. Aktuell ist die Omikron-Variante in Deutschland vorherrschend. Die Symptome unterscheiden sich meist nur geringfügig von jenen, die durch das Urpsrungsvirus ausgelöst werden. Aktuelle Daten zeigen jedoch, dass die Beschwerden bei Geimpften geringer ausfallen. Sie müssen seltener im Krankenhaus behandelt werden. Allerdings sind die Varianten mitunter ansteckender und schwächen die Wirkung der Impfstoffe ab.

Übertragung: Wie steckt man sich mit Covid-19 an?

Das Coronavirus wird vor allem durch Tröpfchen- aber auch durch Schmierinfektionen übertragen. Das bedeutet konkret, dass man sich von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute anstecken kann, wenn virushaltige Tröpfchen oder Aerosole eingeatmet werden, oder dass die Übertragung indirekt über die Hände passiert, wenn man kontaminierte Oberflächen berührt. Aus diesen Gründen sind – natürlich neben den Impfungen und den derzeit gültigen Maßnahmen – die Alltagsregeln zum Schutz vor Corona so wichtig, die als AHA+L+A bezeichnet werden:

  1. A: Abstand zu anderen Personen im öffentlichen Raum halten – und zwar mindestens 1,5 Meter
  2. H: Hygiene ernst nehmen, indem man sich beispielsweise regelmäßig und lang genug die Hände wäscht
  3. A: Alltagsmasken tragen, um die Verbreitung von Tröpfchen und Aerosolen zu vermindern und so andere Personen zu schützen
  4. L: Regelmäßig lüften, um die Ausbreitung von Viren in Innenräumen einzudämmen
  5. A: Die Corona-Warn-App der Bundesregierung nutzen, um über mögliche Risikobegegnungen informiert zu werden

Besonders tückisch ist an der Erkrankung, dass Infizierte bereits vor den ersten Symptomen ansteckend sind und so unwissentlich die Krankheit an andere Personen weitergeben. Am höchsten ist die Ansteckungsgefahr laut Bundesministerium für Gesundheit einen Tag vor den ersten Krankheitszeichen.

Corona-Infektion: Wie lange ist die Inkubationszeit?

Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftauchen erster Symptome, beträgt laut RKI bei Corona im Durchschnitt 5,8 Tage. Bei der aktuell vorherrschenden Omikron-Variante geht das RKI von einer Inkubationszeit von nur drei Tagen aus.

Wie ist der Verlauf einer Coronavirus-Erkrankung?

Genau wie die Symptome ist auch der Verlauf einer Erkrankung mit Covid-19 individuell verschieden. Den "typischen Verlauf" gibt es nicht. Während manche Menschen kaum oder gar keine Krankheitszeichen haben, werden andere von schweren Symptomen geplagt und müssen auf der Intensivstation behandelt werden. Letzteres gilt vor allem für Ungeimpfte.

Frauen und Männer erkranken etwa gleich häufig an Covid-19, allerdings haben Männer öfter einen schweren Krankheitsverlauf und sterben laut RKI doppelt so häufig wie Frauen. Insgesamt sind 1,8 Prozent aller Corona-Positiven in Deutschland im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben (Stand: 23.11.2021).

Covid-19: Was sind Symptome eines schweren Verlaufs?

Etwa 80 Prozent der nachgewiesenen SARS-CoV-2-Infektionen verlaufen mild bis mittelschwer. Ein schwerer Verlauf zeigt sich in der Regel nach sieben bis zehn Tagen: Zu diesem Zeitpunkt kommt es in dem Fall zu einer Verschlechterung der Krankheitssymptome, weil nicht mehr genug Sauerstoff ins Blut gelangt, wie das Bundesministerium für Gesundheit erklärt. Demnach müssen zwei Prozent aller Infizierten auf die Intensivstation, wo sie maschinell beatmet werden.

Long Covid: Welche Langzeitfolgen hat Corona?

Auch die Dauer ist unterschiedlich: Einige Covid-19-Patienten haben die Erkrankung nach kurzer Zeit überstanden, andere klagen noch Wochen oder Monate nach der Ansteckung mit dem Coronavirus über Symptome oder sogar Langzeitfolgen, auch Long Covid genannt.

Laut RKI erlaubt die bisherige Studienlage keine verlässliche Einschätzung, wie häufig es zu Long Covid kommt. Bisher wurden sowohl bei schweren als auch bei milderen Verläufen Folgen wie Kurzatmigkeit, längerfristige Müdigkeitserscheinungen, Merkstörungen, Gedächtnisprobleme oder Wortfindungsstörungen beobachtet.

Von stationär behandelten erkrankten Erwachsenen hatten bis zu 76 Prozent noch sechs Monate nach Entlassung ein oder mehrere dieser Symptome.

Wie wird man bei einer Corona-Infektion behandelt?

Ärzte setzen meistens auf eine symptomatische Behandlung: Wer Fieber hat, bekommt ein Mittel gegen Fieber, wer hustet, bekommt ein Mittel gegen Husten. Erkrankte mit leichten Verläufen kurieren sich zuhause im Bett aus, wie sie es auch bei einer Grippe oder schweren Erkältung tun würden. Personen mit einem schweren Krankheitsverlauf bekommen im Krankenhaus Sauerstoff zugeführt. Auch eine maschinelle Beatmung kann notwendig sein.

Die Forschung erfindet aber auch neue Medikamente gegen das Virus, wie Paxlovid, das in Deutschland kurz vor der Zulassung steht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt insgesamt fünf medikamentöse Behandlungsmethoden.

Welche Corona-Impfstoffe gibt es?

Mehrere Impfstoffe wurden gegen Corona entwickelt und zugelassen, weitere sollen folgen. Darunter die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna. Mit den beiden Vakzinen werden derzeit auch die Booster-Impfungen in Deutschland durchgeführt.

Für viele negative Schlagzeilen sorgte in Europa der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca. Er wird derzeit nicht mehr in Deutschland verabreicht.

Daneben gibt es noch das Vakzin von Johnson & Johnson. Der Impfstoff von Novavax wird in Deutschland seit Anfang März verimpft.

Viele Menschen, die den aktuellen Impfstoffen kritisch gegenüber stehen, warten auf die Einführung der sogenannten Totimpfstoffe, der Herstellung auf einer anderen Technik basiert.

Auch die Politik hofft, dass sich mit weiteren Impfstoffen mehr Menschen für eine Impfung entscheiden. Denn sie gilt nach wie vor als das Mittel der Wahl aus der Pandemie. Deshalb wird aktuell auch in Deutschland die Einführung einer Impfpflicht für alle diskutiert.

Corona: Wann sollte man zum Arzt?

Viele Infizierte sind verunsichert – sie wissen nicht, wann es an der Zeit ist, einen Arzt aufzusuchen. Detaillierte Hinweise zum weiteren Vorgehen und Antworten auf die Frage, wann Sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen sollten, finden Sie hier: Verdacht auf Corona: Wann Patienten zum Arzt sollten.

Ganz unabhängig von auftretenden Symptomen gilt: Wer Kontakt zu Infizierten hatte oder bereits infiziert ist, sollte sich in Quarantäne beziehungsweise Isolation begeben. Besteht nur der Verdacht auf eine Infektion, kann dies durch einen PCR-Test an einer Teststelle oder beim Arzt abgeklärt werden. Ein sogenannter Antigen-Schnelltest kann erste Hinweise auf eine Ansteckung geben, bietet aber keine hundertprozentige Sicherheit.

Corona beim Kind: Was sind die Unterschiede zum Erwachsenen?

Eine Infektion mit dem Coronavirus verläuft bei Kindern mitunter anders als bei Erwachsenen. Doch es gibt einige Anzeichen für eine Infektion mit dem Coronavirus, die besonders typisch sind und meistens schon früh nach der Ansteckung auftreten, wie Sie hier lesen können: Omikron-Variante: Das sind typische Symptome bei Kindern

Grippe vs. Coronavirus: Was sind die Unterschiede?

Der immer wieder herangezogene Vergleich der Grippe mit dem Coronavirus hinkt. Mediziner und viele andere Expertinnen warnen seit zwei Jahren davor, Covid-19 zu unterschätzen. Bei der Erkrankung handle es sich nicht um eine klassische Lungenentzündung wie bei einer Grippe, betonte zum Beispiel Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums Carl Gustav Carus in Dresden. Covid-19 sei "höchstkomplex" und etwas Besonderes, was viele schwere Fälle gezeigt hätten.

So habe man bei Patienten mit schweren Verläufen auch Erkrankungen des zentralen Nervensystems, des Rückenmarks oder der Gefäße beobachtet. Sogar temporäre Querschnittslähmungen oder Organversagen von Leber und Niere seien beobachtet worden. Die Folgen bezeichnete Albrecht teilweise als "grässlich".

Allergie oder Corona? Was sind die Unterschiede?

Allergiker können aufatmen: In der Regel unterscheiden sich die Symptome bei einer Allergie gegen Staub oder Pollen deutlich von denen bei einer Infektion mit Coronaviren, wie Mediziner betonen.

So heißt es auf der Website des deutschen Allergie- und Asthmabundes: Während Infektionen mit Sars-Cov-2 in den meisten Fällen durch Fieber und trockenen Husten gekennzeichnet sind, weisen Allergiker kein Fieber auf, dafür oft juckende Augen- und Nasenschleimhäute, tränende Augen, Niesreiz und Schnupfen.

Coronavirus-Hotline: Wen im Notfall anrufen?

Wer sich mit dem Coronavirus infiziert hat und plötzlich schwere Symptome wie Atemnot, starke Schmerzen oder sehr hohes Fieber verspürt, sollte nicht davor zurückscheuen, den Notruf 112 zu wählen. Auch der ärztliche Bereitschaftsdienst ist eine telefonische Anlaufstelle: Er ist unter der Nummer 116 117 zu erreichen. Unter dieser Nummer erhält man auch Informationen rund um das Coronavirus.

Infotelefon des Bundesgesundheitsministeriums zum Coronavirus:

  • Hotline: (030) 346 465 100
  • Infotelefon des Bundeswirtschaftsministeriums (für wirtschaftsbezogene Fragen): (030) 120 021 031

Unabhängige Patientenberatung Deutschland

  • Telefon: 0800 011 77 22