Haustiere

Warum Weihnachtsmärkte für Hunde der blanke Horror sind

Manche Hundebesitzer nehmen ihre Vierbeiner mit auf den Weihnachtsmarkt. Doch dort lauern gleich mehrere Gefahren für die treuen Tiere.

Der Vierbeiner hat keine Freude auf dem Weihnachtsmarkt: Es ist laut, er sieht nur Füße und könnte in Scherben treten.

Der Vierbeiner hat keine Freude auf dem Weihnachtsmarkt: Es ist laut, er sieht nur Füße und könnte in Scherben treten.

Foto: Ina Fassbender / dpa-tmn

Berlin. Bei den Menschen sind Weihnachtsmärkte in der Adventszeit hoch im Kurs, für Hunde allerdings können sie zur Qual werden. „Weihnachtsmärkte sind für Hunde ein riesiger Stressfaktor“, sagt Jana Hoger Fachreferentin bei der Tierrechtsorganisation Peta. Sie mahnt Hundehalter, ihre Vierbeiner lieber zu Hause zu lassen. Denn der Weihnachtsmarkt ist gleich aus mehreren Gründen eine Gefahr den besten Freund des Menschen.

Besonders auf den Weihnachtsmärkten in den großen deutschen Städten ist dieser Tage viel los. Menschen, die angetrunken sind, Essenreste, die auf den Boden fliegen, Füße, die einen aus Versehen treten. „Für Hunde ist das totaler Stress“, sagt Hoger. Erkennbar sei das am schnellen Hecheln und daran, dass die Vierbeiner unruhig würden. Ein Fluchtbedürfnis komme bei Ihnen auf.

Hunde auf Weihnachtsmärkten: Die Gefahren lauern überall

„Es gibt auch Hunde, die sich extrem bedrängt fühlen, denen es zu viel wird und die in ihrer Not vielleicht zuschnappen“, warnt die Fachreferentin. Eine Alternative seien spezielle Hundeweihnachtsmärkte. Dort gebe es keine für die Tiere giftige Schokoladen auf dem Boden und sie würden nicht Gefahr laufen, mit Glühwein überschüttet zu werden, so Hoger. Zumal Frauchen und Herrchen dort nützliche wie leckere Artikel für ihre haarigen Familienmitglieder finden könnten.

Auch Lautstärke und Kälte seien für die Vierbeiner unangenehm. Hunde haben ein deutlich sensibleres Gehör als Menschen. Haben sie weniger Fell, sei stundenlanges Stehen in der Kälte ein gesundheitliches Risiko. Peta empfiehlt daher grundsätzlich, die Tiere zu Hause zu lassen, statt sie mit zum Weihnachtsmarkt zu nehmen – sofern dies denn möglich ist. Ansonsten sei für dünnfellige Hunde zumindest eine Hundejacke ratsam, sagt Hoger.

Silvester: Nichts weniger als ein Horrortrip

Was die Lautstärke anbelangt, wartet nach den Weihnachtsmärkten eine noch viel größere Belastung auf die Hunde: Silvester. „Für viele Tiere ist das extremer Horror – für Haustiere wie für Wildtiere“, sagt die Peta-Expertin. Sie rät: „Leiser Musik spielen, Rollläden runterlassen und nah beim Tier bleiben.“ Auf keinen Fall solle man seinen Hund alleine lassen, weil sie durch das laute Knallen, Böllern und die explodierenden Raketen schnell in Panik gerieten.

Es sei wichtig, dem Hund zu zeigen: Ich bin da und ich biete dir einen sicheren Platz. Dem Haustier eine kleine Höhle zu bauen, sei etwa eine Maßnahme. Dies gelte auch für ältere Hunde, denn „im Alter wird die Angst immer größer“, erklärt Hoger. Für alle gleichermaßen gelte an und vor Silvester: Beim Gassigehen unbedingt anleinen, optimalerweise mit einem sicheren, gut sitzenden Geschirr, damit der Hund nicht entschwinden kann.

Bei sehr ängstlichen oder schreckhaften Hunden könnten zudem pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel zur Beruhigung beitragen. „Sinnvoll ist es, diese bereits ein paar Tage oder Wochen vorher zu verabreichen“, sagt Hoger. Für zusätzliche Tipps lohne sich zudem der Gang zum Tierarzt.

Zum Thema: Hund schleckt Besitzer übers Gesicht – Mann stirbt und Einhorn-Hund verzaubert das Netz: Schwanz wächst aus Stirndogwalker- warum gassigehen immer lukrativer wird