Beziehungsratgeber

Darum sind das die besten vier Liebesvorsätze fürs neue Jahr

Von wegen abnehmen: Vier gute Beziehungsvorsätze, die Paare nicht nur 2019, sondern dauerhaft glücklicher machen können.

Liebe und Sex : Vier Vorsätze für eine bessere Beziehung

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Berlin.  Mehr Sport, gesünderes Essen, weniger Stress – zum Jahresbeginn fassen viele Menschen gute Vorsätze. Laut einer Forsa-Umfrage nehmen sich pro Jahr rund 40 Prozent der Menschen vor, im neuen Jahr etwas besser zu machen. Warum also statt des üblichen Abnehm-Vorsatz sich nicht einfach mal vornehmen, eine bessere Beziehung zu führen? Schließlich macht Dünnsein per se nicht zufriedener – Glück in der Liebe dagegen schon.

Diese vier Beziehungs-Vorsätze machen unser Liebesleben besser:

1. Zusammen was Neues ausprobieren

Netflix und Chill – das war am Anfang einer Beziehung vielleicht mal das Codewort für Sex, inzwischen heißt es aber tatsächlich nur noch genau das: Wir sitzen zusammen auf dem Sofa, gucken unsere Lieblingsserie. Und chillen. Natürlich ist Streaming eine völlig legitime Freizeitgestaltung. Aber vielleicht nicht unbedingt jahrelang, jeden Abend.

Denn: Der US-Psychologe Arthur Aron hat schon vor mehr als zehn Jahren herausgefunden, dass eine Langzeitbeziehung sich verbessert, wenn Paare neue Dinge zusammen erleben. Er ließ über einen Zeitraum von zehn Woche 53 Paare zwei verschiedene Arten von Aktivitäten ausführen: 90 Minuten pro Woche durfte die Probanden entweder einer neuen und aufregenden, oder einen angenehmen aber routinierte Tätigkeit nachgehen.

Nach den zehn Wochen wurde abgerechnet: Die Paare, die neue Dinge ausprobiert hatten, wäre tatsächlich zufriedener mit ihrer Beziehung.

2. Mehr Sex in der Beziehung

Wer Vorsatz eins umsetzt, hat beinahe auch schon Vorsatz zwei erledigt: mehr Sex. Denn kanadische Forscher haben jetzt entdeckt, dass Paare, die neue Dinge ausprobieren, auch mehr und besseren Sex haben. In drei verschiedenen Experimenten mit hunderten Paaren untersuchten Amy Muise, Psychologie-Professorin an der York Universität in Toronto, und ihre Kollegen die Auswirkungen solcher Aktivitäten auf das Sexleben. „Die Wahrscheinlichkeit, dass Paaren an einem Tag Sex haben, war 25 bis 34 Prozent höher, wenn sie an diesem Tag etwas Neues und Spannendes unternommen hatten“, notierten die Forscher in ihrer Studie.

Aber abgesehen vom Spaßfaktor: Warum ist es überhaupt wichtig für eine Beziehung, dass Paare mehr Sex haben? „Sexualität ist Kommunikation, die Bindung schafft und verstärkt“, sagt Paartherapeut Eric Hegmann. „Ich bin ein großer Freund von regelmäßigen Date-Nights, auch für Langzeitpaare. Sich Zeit füreinander nehmen, Smartphone und TV aus und viel Kuscheln.“

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3. Nicht gucken, was die anderen machen

Die Kollegin postet dauernd verliebte Paar-Selfies, die beste Freundin erzählt, sie habe „mindestens jeden Tag Sex“ mit ihrem Mann, und die Nachbarn gehen angeblich fleißig jedes Wochenende auf Swinger-Parties? Jetzt bloß nicht in Konkurrenzwahn verfallen, sondern: Einfach ignorieren. Ja, genau.

Man solle sich bloß nicht stressen lassen von „höher, öfter, weiter“-Parolen, sagt Paartherapeut Hegmann. „Da wird viel geschwindelt und manches Paar vergleicht sich dann mit unrealistischen Vorbildern und wird unzufrieden, obwohl sie eigentlich ganz glücklich mit Ihrem Liebesleben sein könnten“. Außerdem: Wissenschaftler von der University of Toronto haben bei einer Befragung von 30.000 Menschen herausgefunden, dass Paare, die einmal in der Woche Sex haben, am zufriedensten sind. Menschen, die häufiger Sex haben, sind demnach nicht glücklicher. Na also.

4. Die Beziehung gegen Untreue absichern

Allein die Zahlen sind schon deprimierend: Nur etwa jeder Zweite ist in einer Beziehung überhaupt treu. Das belegt – unter vielen anderen – eine Studie der Göttinger Georg-August-Universität: 55 Prozent der befragten Frauen und 49 Prozent der Männer gaben an, bereits einmal untreu gewesen zu sein.

Die Wahrscheinlichkeit, in einer längeren Beziehung betrogen zu werden, ist also ziemlich hoch. Nur was kann man dagegen tun? Erstens: Siehe Vorsatz Zwei – mehr Sex. Denn die meisten Menschen gehen schließlich immer noch wegen sexueller Unzufriedenheit fremd.

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Das ist aber nicht der einzige Grund. Wenn zum Beispiel die Nähe in der Beziehung fehlt, also der Partner nicht mehr zuhört und seinen Wünsche und Gedanken nicht mit einem teilt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man diese Nähe bei einer anderen Person sucht, hoch.

Die US-Therapeutin und Untreue-Expertin Shirley Glass rät in ihrem Buch „Die Psychologie der Untreue“ deshalb, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. „Zweiundachtzig Prozent der untreuen Partner in meine Praxis hatten eine Affäre mit jemanden, er zuerst nur ein Freund war“, schreibt sie. Ihre Konsequenz: Auf keinen Fall immer wieder mit demselben Kollegen in die Mittagspause gehen.

Das ist vielleicht ein etwas radikaler Rat. Doch bevor man das nächste Mal seine Probleme mit dem charmanten Neuen aus der IT-Abteilung bespricht, sollte man sich überlegen, ob das nicht besser ein Thema ist, was man zu Hause bespricht. Auf dem Sofa, beim Kuscheln mit den Partner.