Klimawandel

Gefährliche Giftpflanzen breiten sich wegen der Dürre aus

Giftpflanzen wie der Riesenbärenklau können auch Menschen schaden. Die extreme Dürre der letzten Wochen macht ihnen das Leben leichter.

Nicht anfassen: Riesenbärenklau sorgt für Verbrennungen

Der Riesenbärenklau aus Osteuropa sorgt für fieses Brandblasen. Die Helfer der Organisation "Essen packt an" entfernen die Pflanze deshalb und geben Tipps für den privaten Garten.

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Freising/Kiel.  Sie blühen hübsch, können aber zur Gefahr für Mensch und Tier werden: Jakobskreuzkraut und Riesenbärenklau sorgen immer wieder für Probleme. Von der Trockenheit der letzten Wochen profitieren Giftpflanzen besonders stark.

Vor diesen Pflanzen sollten sich Menschen und Tiere in Acht nehmen:

• Das giftige Jakobskreuzkraut:

Die gelb blühende Pflanze kann vor allem für Rinder und Pferde gefährlich werden und ist enorm stresstolerant. Das heißt, wenn es – wie in diesem Jahr – extreme Trockenzeiten gibt, kann sich das Kreuzkraut hier ansiedeln.

Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea) ist zwar keine Art, die sich aggressiv ausbreitet, tauchte in den vergangenen Jahren aber zunehmend an Straßenrändern und auf extensiv bewirtschafteten Flächen auf. Laut dem Arbeitskreis Kreuzkraut ist die Zahl der Giftpflanzen in diesem Jahr deutschlandweit „explodiert“.

Kreuzkräuter produzieren sogenannte Pyrrolizidinalkaloide (PA), die in hoher Dosis tödlich sind. Oft verläuft der Vergiftungsprozess bei Rindern und Pferden schleichend, denn die PA schädigen nach und nach die Leber.

Vor allem in getrocknetem Futter wie Heu oder Silage können die Pflanzen zum Problem werden. Denn hier werden die Bitterstoffe abgebaut, die normalerweise verhindern, dass Tiere die Pflanzen fressen. In Einzelfällen sind laut Landesanstalt für Landwirtschaft bereits Rinder und Pferde erkrankt oder sogar gestorben.

• Der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum):

Diese Pflanze sorgt immer wieder für Probleme – wenn sie in der Nähe von Kindergärten oder Sportplätzen, an Ufern oder Fahrradwegen auftaucht.

Wenn die Sonne stark scheint, kann die Pflanze bei Hautkontakt starke Rötungen bis hin zu Verbrennungen und schwere allergische Reaktionen verursachen. „Kinder und Menschen mit empfindlicher Haut können massiv geschädigt werden. Das ist enorm schmerzhaft“, sagt Klaus Gehring von der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL).

Neben Bauern und Pferdehaltern betrachten auch Imker Kreuzkräuter als ernsthaftes Problem, denn die Giftstoffe tauchen inzwischen in geringen Mengen im Honig auf. In Schleswig-Holstein beispielsweise wurden in den vergangenen Jahren in Sommerhonig deutlich mehr der Giftstoffe nachgewiesen. Auch in Kräutertees oder Wildkräutern finden sich die Giftstoffe.

Jeder kann diese giftigen Pflanzen in seinen Garten pflanzen. „Diese Pflanzen sind fachrechtlich vogelfrei“, sagt Gehring. „Wenn ein Kleingärtner Lust hat, Riesenbärenklau als Zierpflanze auf seiner privaten Fläche zu pflanzen, kann ihm keiner was.“

Im englischsprachigen Raum sei das anders. Hier gebe es bei „Problempflanzen“ eine Rechtsgrundlage, die Sicherheitsabstände, Beseitigungs- und Bekämpfungspflichten vorsieht. Solche Vorschriften wären aber für die Verwaltung eine enorme Last, sie müsste kontrollieren und Verstöße sanktionieren. (jha/dpa)

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