Studie

Guter Schlaf ist wichtiger für Gesundheit als Schlafdauer

Nicht nur die Schlaf-Länge beeinflusst das Wohlbefinden. Noch wichtiger sind fettarmes Essen und ungestörter Schlaf, zeigt eine Studie.

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Berlin/Bremen.  Viele Schlafprobleme stellen besonders bei älteren Erwachsenen einen ernstzunehmenden Risikofaktor für die Gesundheit dar. Ob Herzprobleme, Medikamentengebrauch oder gefährliche Atemaussetzer im Schlaf – die sogenannte Schlafapnoe – zwischen einer ganzen Reihe von chronischen Erkrankungen und der Schlafqualität gibt es offenbar einen direkten Zusammenhang.

Wie sehr sich guter oder schlechter Schlaf auf Lebensqualität und Wohlbefinden auswirkt, und welchen Einfluss die Ernährung auf die Qualität der nächtlichen Ruhe hat, hat nun die Forscherin Sonia Lippke genauer untersucht. „Die Folgen schlechter Schlafqualität sowie zu kurzer Schlaf können die Sterblichkeit, Fettleibigkeit und die Gewichtszunahme beeinflussen, indem sie Hunger und Appetit steigern, sagt die Professorin für Gesundheitspsychologin, deren neue Studie in der Zeitschrift „Health Behavior & Policy Review“ erschienen ist.

Schlaf wird als Faktor für Krankheitsrisiken zu sehr vernachlässigt

Bislang ist über die Zusammenhänge zwischen Schlaf und verschiedenen Lebensstilfaktoren wie etwa Ernährung wenig bekannt. Diverse Studien haben aber bereits darauf hingewiesen, dass, wer schlecht oder zu wenig schläft, ein höheres Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen, starkes Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und Depressionen hat. Schlafforscher fordern deshalb, Gesundheitsbehörden sollten dem Schlaf endlich als entscheidenden Einflussfaktor auf die Gesundheit ernstnehmen.

„Es war und ist uns deshalb wichtig, wechselseitige Einflüsse in diesem Bereich zu erkunden“, sagt Sonia Lippke. Das ermögliche Empfehlungen und Maßnahmen, die wiederum die Lebensführung verbessern können.

Gemeinsam mit zwei weiteren Wissenschaftlerinnen der Jacobs University Bremen untersuchte Lippke an einer Gruppe von Probanden im Alter über 50 Jahren die Wechselbeziehungen zwischen Schlaf, Wohlbefinden und Ernährung. Im Fokus stand dabei der Fettgehalt der Nahrung sowie die Dauer und Qualität des Schlafes.

Auch zu viel Schlaf schadet

Darin zeigen die Forscherin und zwei ihrer Bremer Kolleginnen, was zunächst absurd erscheinen mag: Nicht nur ein Zuwenig an Schlaf verringert die Qualität der Nachtruhe. Auch zu viel zu schlafen kann das Wohlbefinden deutlich eintrüben.

Was zu viel oder zu wenig diesbezüglich bedeutet, haben diverse vorherige Forschungen gezeigt: Für Erwachsene gilt eine durchschnittliche Schlaflänge von sieben bis acht Stunden als gesunder Bereich. Über zehn und unter fünf Stunden wird es heikel.

Fett sparen – erholsamer schlafen – fitter am Tag sein

Doch auch was man isst, hat großen Einfluss auf den Schlaf. Eine fettreduzierte Ernährung, das zeigt die Studie, steigert den Erholungsfaktor des Schlafes maßgeblich. Die ungestörte, als gut empfundene Nachtruhe wiederum verbessert demnach deutlich die Leistungsfähigkeit tagsüber.

Das Überraschende: Bei Studienteilnehmern, die von dieser Kombination profitierten, war die Dauer des Schlafes weniger entscheidend.

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Sieben bis acht Stunden Schlaf gelten als ausreichend, bestätigen Lippke und ihr Team. Vor allem aber komme es darauf an, dass diese Stunden wirklich erholsam sind. „Eine fettarme Diät beeinflusst die Schlafdauer und die Schlafqualität nicht direkt“, so Lippke. Nur über die Wahl des fettärmeren Abendbrots klappt es also nicht mit der optimalen nächtlichen Erholung.