Berlin

Songtitel sind mehr als nur Worte

Berlin. Ob „Tragedy“ von Norah Jones oder „Kiss“ von Prince: Wenn es um die Wahrnehmung von Musik geht, spielt auch der Songtitel eine entscheidende Rolle. Das resümiert ein Team der TU Berlin im Fachblatt „Psychology of Aesthetics, Creativity, and the Arts“. Bei der Studie ging es sowohl um Emotionalität als auch um die Erinnerung, die Hörer mit Stücken verbinden. In einem Experiment spielten die Forscher ihren Probanden verschiedene Songs vor, deren Titel sie zuvor manipuliert hatten. Traurige Musikstücke präsentierten sie mit positiven, fröhliche mit negativen Titeln, andere erhielten neutrale Titel.

Das Ergebnis: Trugen die Musikstücke negative Titel, fanden die Probanden sie weniger ansprechend. Neutrale und negative Titel erreichten den Autoren zufolge dagegen die höchsten Erinnerungsquoten. „Insgesamt ergab eine abschließende Gesamtanalyse, dass die gleiche Musik besser bewertet wurde, wenn sie mit statt ohne Titel präsentiert wurde. In dem Fall spielte die Emotionalität des Titels keine Rolle“, so Erstautor Manuel Anglada-Tort. Die Autoren resümieren, „dass Songtitel mehr sind als Worte – sie sind Signale, die Menschen beeinflussen“.