Berlin

Bornavirus ist für Menschen gefährlich

Berlin. Drei Menschen sind in Deutschland an den Folgen einer Viruserkrankung gestorben, die bisher nur bei Tieren beobachtet worden war. Die Betroffenen hatten eine Entzündung des Gehirns, die höchstwahrscheinlich durch das Bornavirus ausgelöst worden sei, teilte das Institut für Virusdiagnostik am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald mit. FLI und Robert-Koch-Institut (RKI) aus Berlin gehen davon aus, dass es sich um die ersten Bornavirus-Nachweise beim Menschen handelt.

Bei Pferden und Schafen sind Infektionen mit dem Erreger seit vielen Jahren bekannt. Diese sind aber sehr selten. Ebenfalls bekannt ist, dass sich der Erreger in Feldspitzmäusen vermehrt und von ihnen ausgeschieden werden kann. Der Weg des Virus zum Menschen ist bisher unklar. Das RKI hatte kürzlich von zwei Todesfällen berichtet, in denen das FLI, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Ende 2016 hinzugezogen worden war. Diese Patienten hätten sich mit hoher Sicherheit über transplantierte Organe des gleichen Spenders angesteckt, so das FLI. Der dritte Todesfall stehe nicht in Zusammenhang mit der Transplantation. Details dazu wurden nicht bekannt gegeben.

( dpa )