Influenza

Wie Sie sich gegen die Grippewelle schützen können

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Charlene Rautenberg
Gegen das Grippevirus sollten sich insbesondere ältere Menschen zu Beginn des Winters impfen lassen

Gegen das Grippevirus sollten sich insbesondere ältere Menschen zu Beginn des Winters impfen lassen

Foto: dpa Picture-Alliance / / picture alliance / Bildagentur-o

Seit der Pandemie im Jahr 2009 wurden noch nie so viele Neuansteckungen registriert wie in der zweiten Februarwoche.

Berlin. In Berlin hat die Zahl der Grippefälle einen neuen Höchststand erreicht. Das Landesamt für Gesundheit (Lageso) hat allein in der vergangenen Woche 601 Erkrankungen an der Influenza genannten Echten Grippe registriert – ein deutlicher Anstieg zur Woche davor. Der Behörde zufolge wurde damit ein neuer Spitzenwert an Neufällen erreicht, der höchste seit der Pandemie im Jahr 2009. Ein Patient verstarb in Berlin an Influenza, drei weitere starben im zeitlichen Zusammenhang mit der Erkrankung.

Auch in Brandenburg grassiert die Grippe: Dort wurden dem Potsdamer Gesundheitsministerium zufolge allein in der dritten Februarwoche 689 neue Fälle gemeldet, in der Woche davor waren es erst 518 Erkrankte. Die Berliner Morgenpost erklärt, woran Sie die Krankheit erkennen, wie Sie sich schützen können und was zu tun ist, wenn man selber oder ein Angehöriger an der Grippe erkrankt ist.

Warum stecken sich in diesem Winter so viele mit der Krankheit an?

Bei niedrigen Temperaturen und trockener Luft sind Influenzaviren stabiler. Außerdem wird vermutet, dass die Schleimhaut der oberen Atem­wege bei trockener Luft anfälliger für eine Infektion ist, und das Immun­system im Winter weniger schlagkräftig ist als im Sommer. Ein weiterer Faktor könnte sein, dass man sich im Winter längere Zeit zusammen mit anderen Menschen in weniger belüfteten Räumen aufhält – und damit die Ansteckungsgefahr wächst. Besonders viele Menschen werden dann krank, wenn das Virus sich genetisch verändert hat.

Wenn in der Vorsaison nicht schon ein großer Anteil der Bevölkerung mit dem Erreger Kontakt hatte, sind nur wenige dagegen immun, was zu einer hohen Ansteckungsgefahr innerhalb der Bevölkerung führt. In dieser Saison war das Influenza-Virus des Typs B mit 75 Prozent besonders stark verbreitet, in der Saison davor gab es dagegen nur etwa sechs Prozent der B-Viren.

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Woran erkennt man, dass man sich mit dem Grippevirus infiziert hat?

Fieber, Husten, Kopf-, Hals,-und Gliederschmerzen, die ganz plötzlich auftreten: Das sind die typischen Symptome für eine Infektion mit dem Grippevirus. Häufig kommt etwas später ein trockener Reizhusten dazu. Jedoch verläuft die Erkrankung nicht bei allen gleich. Es kann auch vorkommen, dass lediglich Symptome einer normalen Erkältung auftreten oder die Krankheitsanzeichen trotz Infektion ganz ausbleiben. Insbesondere ältere Erkrankte bekommen oft kein Fieber. Die Krankheitsdauer liegt in der Regel bei fünf bis sieben Tagen, kann jedoch auch deutlich länger sein.

Wie kann man einer Infektion am besten vorbeugen?

Der beste Schutz ist laut Angaben des Robert-Koch-Instituts und des Lageso nach wie vor die Grippeschutzimpfung. Nur rund sieben Prozent der Berliner haben sich in dieser Saison impfen lassen. Der Grippe-Impfstoff hat nach Angaben des Robert-Koch-Instituts eine Wirksamkeit von 46 Prozent – laut Sprecherin Susanne Glasmacher sei das „vergleichsweise gut“. Der Dreifach-Impfstoff, den die Krankenkassen bezahlen, sei auch gegen die B-Viren geeignet. Anfängliche Zweifel an der Wirksamkeit des Impfstoffs haben sich dem Institut zufolge nicht bestätigt. Bestenfalls lässt man sich impfen, bevor die Saison losgeht – also im Oktober oder November. Da sich die Viren im Laufe der Zeit verändern, reicht der Impfschutz nur für eine Saison und muss jedes Jahr erneuert werden. Eine Impfung gegen Grippe ist immer noch möglich. Bis der Schutz wirkt, dauert es aber rund zwei Wochen.

Wer sollte sich besonders vor den Grippeviren schützen?

Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) empfiehlt Menschen ab 60 Jahren, sich gegen die saisonale Grippe impfen zu lassen. Das gilt auch für Schwangere, Menschen, die an chronischen Krankheiten leiden und aus beruflichen Gründen gefährdete Personen wie beispielsweise medizinisches Personal.

Wie verhält man sich am besten, wenn man sich mit der Grippe angesteckt hat?

Während der akuten Phase sollten Erkrankte zu Hause bleiben. Sollte das nicht möglich sein, sollten sie zumindest den engen Kontakt zu anderen Menschen vermeiden – insbesondere zu Kindern, chronisch Kranken, Schwangeren und älteren Leuten. Wichtig ist auch häufiges Händewaschen und regelmäßiges Lüften. Weitere Informationen: infektionsschutz.de.