Biologie

Paradox: Narwale fliehen bei Gefahr mit angehaltenem Atem

Santa Cruz. In bedrohlichen Situationen reagieren Narwale paradox: Ihr Körper scheint gleichzeitig fliehen und erstarren zu wollen, berichten Forscher aus Dänemark und den USA im Fachblatt "Science". Ihr Herzschlag sinke, die Zahl ihrer Flossenschläge aber steige. Die widersprüchliche Reaktion sei für das Herz-Kreislaufsystem vermutlich sehr belastend und erschwere womöglich die Sauerstoffversorgung des Gehirns. Die Forscher errechneten, dass die Flucht-Tauchgänge etwa 97 Prozent des Sauerstoffvorrates aufzehrten. Normale Tauchgänge verbrauchten nur etwa 52 Prozent der Reserven.

Die Ergebnisse seien eine Warnung, schreiben die Wissenschaftler. Sie zeigten, dass ihre Biologie die Tiere besonders anfällig für Störungen mache. Lange lebten Narwale ein weitgehend verborgenes Leben unter dem dicken Eis des Arktischen Ozeans. Seitdem zunehmend Menschen in die Polarregion vordringen, sind die Meeressäuger verstärkt Stress ausgesetzt.

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