Gesundheit

Alkohol im Blut: Was passiert bei wie viel Promille?

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Alkohol ist kein Helfer in der Not

Alkohol ist kein Helfer in der Not

Foto: picture-alliance / picture-alliance/chromorange

Am Münchner Hauptbahnhof griffen Polizisten einen Mann mit 6,5 Promille auf. Was passiert im Körper, wenn man Alkohol trinkt?

Der Mann lag orientierungslos am Boden, konnte sich nur noch schemenhaft an die vergangenen Stunden erinnern. Am Münchner Hauptbahnhof fand eine Polizeistreife am Dienstag einen 61-Jährigen aus dem sächsischen Zwickau, der völlig betrunken zusammengebrochen war. Bei der Messung des Atemalkoholwerts ergab sich ein unglaublicher Wert - 6,52 Promille.

Wie kann ein Mensch einen solchen Wert überhaupt überleben? Für Kleinkinder seien schon 0,5 Promille Blutalkohol lebensgefährlich, heißt es auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Wie Suchtmediziner betonen, werden extreme Werte über fünf Promille in der Regel nur von schweren Alkoholikern erreicht. Bei anderen Menschen reichten schon Werte von zwei bis drei Promille, damit es zu schwersten Vergiftungserscheinungen bis hin zur Bewusstlosigkeit kommt. Bei Alkoholikern sei der Körper an große Mengen Alkohol gewöhnt. Irgendwann brauche er sie sogar, um normal zu funktionieren.

Die BZgA hat in einer Liste zusammengestellt, was bei wie viel Promille im Körper passiert.

Ab 0,3 Promille:

Die Sehleistung verschlechtert sich leicht, Konzentration, Reaktionsvermögen und Urteilsfähigkeit sind vermindert. Im Gegenzug steigt die Risikobereitschaft.

Ab 0,8 Promille:

Wir können uns kaum noch konzentrieren, die Sehleistung kann auf bis zu nur noch 25 Prozent sinken. Es kommt zum sogenannten „Tunnelblick“. Die Reaktionszeit vermindert sich um 30 bis 50 Prozet. Gleichgewichtsstörungen können auftreten. Die Hemmschwelle sinkt stark. Personen neigen mit diesem Wert zur Selbstüberschätzung.

1,0 bis 2,0 Promille:

Neben Gleichgewichtsstörungen treten Verwirrtheit und Sprechstörungen auf. Unsere Orientierung ist stark eingeschränkt. Es kommt zu gesteigerter Enthemmung und dem Verlust der Kritikfähigkeit. Die Aggressionsbereitschaft verstärkt sich.

2,0 bis 3 Promille:

Starke Gleichgewichts- und Konzentrationsstörungen treten auf. Es kommt zu Verwirrtheit und Erbrechen. Das Reaktionsvermögen ist stark herabgesetzt. Gedächtnis- und Bewusstseinsstörungen treten auf.

ab 3 Promille:

Der Körper kühlt aus. Es ist nur noch schwache Atmung vorhanden. Reflexlosigkeit und Gedächtnisverlust treten auf. Es kann zu Bewusstlosigkeit kommen.

ab 4 Promille:

Es besteht akute Lebensgefahr. Lähmungen treten auf, ebenso wie unkontrollierte Ausscheidungen. Der Betrunkene kann ins Koma fallen. Es kann zum Atemstillstand und letztendlich zum Tod kommen.

Wie erwähnt, können bei Alkoholikern noch weit höhere Werte gemessen werden. Den Negativrekord soll im Jahr 2004 ein 45 Jahre alter Pole aufgestellt haben. Bei dem Mann soll laut einer polnischen Nachrichtenagentur ein Wert von 12,3 Promille gemessen worden sein. Der 45-Jährige überlebte.

( tok )