Kiel

Wie der Mensch künftig Quallen nutzen könnte

Kiel. 15 wissenschaftliche Institutionen aus acht europäischen Ländern wollen gemeinsam erforschen, wie man Meeresquallen künftig sinnvoll nutzen kann. „Wir neigen dazu, die Quallen so weit wie möglich zu ignorieren. Doch es muss andere Lösungen geben“, wird Jamileh Javidpour, Leiterin des auf vier Jahre ausgelegten „GoJelly“-Projekts, in einer Mitteilung des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung zitiert.

Zunächst steht für alle Projektpartner Grundlagenarbeit an. Denn die Lebensweise vieler Quallenarten sei nur unzureichend erforscht. Wann es wo zu einer großen Quallenplage komme, könne bislang kaum vorhergesagt werden. „Das wollen wir ändern, damit große Schwärme abgefischt werden können, bevor sie die Küsten erreichen“, sagt Javidpour laut Mitteilung. Parallel arbeiteten die Wissenschaftler an dem zweiten Schritt: Was tun mit der abgefischten Biomasse? „Erste Studien haben gezeigt, dass Schleim von Quallen Mikroplastik binden kann. Wir wollen also ausprobieren, ob aus Quallen Biofilter hergestellt werden können“, so Javidpour. Weitere Verwendungsmöglichkeiten seien Dünger für die Landwirtschaft oder Futter für die Fischzucht.