Wissenschaft

Xenotransplantation wirft ethische Fragen auf

Tierschutz Transplantationsorgane, die aus Tieren gewonnen werden, werfen auch ethische Fragen auf. Es geht darum, ob der Mensch berechtigt ist, Tiere für diesen Zweck zu töten. Das deutsche Referenzzentrum für Ethik und Biowissenschaften in Bonn führt zwei Überzeugungen auf: Anhänger des Anthropozentrismus messen Tieren nur den Wert bei, menschliche Bedürfnisse zu erfüllen. Vertreter des Biozentrismus hingegen lehnen eine Wertabstufung zwischen Mensch und Tier eindeutig ab. In Deutschland werde mehrheitlich ein integratives Konzept vertreten, das die Xenotransplantation in Fällen der Erhaltung und Rettung des Menschen erlaubt. Der Deutsche Tierschutzbund vertritt eine andere Meinung: "Besonders qualvolle gentechnische Ansätze wie die Xenotransplantation sind der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung, die die Leidensfähigkeit von Tieren ignoriert, ihnen jede Form von Individualität abspricht und sie zu bloßen Ersatzteillagern für den Menschen herabwürdigt", heißt es dort. Stattdessen sollten die Möglichkeiten der Organspende besser ausgeschöpft werden.

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