Birmingham

Triclosan könnte Verbreitung resistenter Bakterien fördern

Birmingham. Die weitverbreitete Anwendung des antibakteriellen Zusatzstoffes Triclosan etwa für die Herstellung von Kosmetikprodukten und Desinfektionsmitteln könnte zur Entstehung von Antibiotikaresistenzen beitragen. Forscher der Universität Birmingham haben einen Zusammenhang zwischen der Unempfindlichkeit gegen Antibiotika aus der Gruppe der Chinolone und Resistenzen gegen das viel verwendete Biozid gefunden.

Triclosan wird weltweit verwendet. Chinolone kommen bei bakteriellen Infektionen etwa des Bauchraums, der Atem- und Harnwege zum Einsatz. Sie blockieren ein bestimmtes Enzym der Bakterien und verhindern so die Herstellung lebenswichtiger Proteine – in der Folge stirbt der Erreger ab. Durch diese Veränderungen im Erbgut werde die Bakterien-DNA anders verpackt und verschiedene Abwehrmechanismen würden aktiviert, schreibt das Team im „Journal of Antimicrobial Chemotherapy“. Dies führe zur Resistenz gegen Triclosan. Für die Praxis bedeutet das: Erreger mit abgewandeltem Erbgut könnten sich verstärkt vermehren, wenn in ihrem Umfeld Triclosan vorhanden ist. Dazu seien weitere Untersuchungen nötig, erklären die Forscher.

( dpa )