Wissenschaft

Auf das eigene Körpergefühl vertrauen

Eine Hightech-Ausrüstung ist nicht die Grundlage für Erfolge beim Sport – sondern der Spaß daran

Mit dem Frühling kommt der Bewegungsdrang: Viele Menschen verlegen nun wieder ihre sportlichen Aktivitäten nach draußen und tauschen die stickige Luft vieler Fitnessstudios gegen die Frische der Natur ein. Für die meisten steht Laufen an erster Stelle, um Körper und Geist fit zu halten. Problematisch wird es, wenn insbesondere Läufer ihre Leistungsfähigkeit überschätzen und unvorbereitet loslaufen. Damit der sportliche Start in dieser Jahreszeit optimal verläuft, sollten wichtige Dinge beachtet werden.

Lassen Sie sich zunächst nicht durch all die vielen bunten, funkelnden Werbeversprechen der Sportartikelhersteller blenden. Das Einzige, was beim Training leuchten sollte, sind Ihre Augen und Ihr Herz. Egal ob Sie nun Laufschuhe vom Discounter oder einen Sohlenporsche tragen möchten, Sie sollten sich darin wohl fühlen, denn schneller werden Sie durch beide Varianten nicht unbedingt. Ihre Leidenschaft und Ihr Spaß werden Ihnen hingegen Energie und Mut für den Lauf geben – das ist es was zählt. Auch ein Pulsmessgerät ist nicht zwingend erforderlich. Sie haben selbst das beste Gefühl für Ihren Körper, und darauf sollten Sie vertrauen.

Überfordern Sie sich nicht am Anfang, denn der Erfolg ist eine Treppe und keine Tür. Starten Sie daher anfangs mit kleinen Laufintervallen, damit sich Ihre Bänder, Muskeln, Sehnen und das Herz-Kreislauf-System, aber vor allem auch Ihr Kopf auf die Belastung einstellen können. Setzen Sie sich kleine Ziele: 15 oder auch 30 Minuten am Stück laufen. Sobald Sie diese gemeistert haben, können Sie die einzelnen Belastungsintervalle immer weiter ausdehnen und gleichzeitig die Pausen verringern. Sie werden erstaunt sein, wie schnell Ihr Körper die sportlichen Aufgaben löst.

Gönnen Sie sich selbst aber auch die notwendige Zeit zur Regeneration, denn nur in den erholsamen Phasen passen sich Ihr Körper und Ihre Muskeln an die Belastung an und werden besser – Superkompensation ist hier das magische Wort. Sportbegeisterte, die nicht vollständig ruhen wollen, sollten hier auf ein ergänzendes Training, wie etwa die Stärkung der wichtigen Kernmuskulatur bauen. Die vordere Bauchmuskulatur trainieren Sie am besten mit Sit-ups, Beinheben und Seitstütz. Die rückwärtige untere Rückenmuskulatur wird hingegen am besten durch den Unterarmstütz gefordert.

Je nach Tempo kann das innere Heizkraftwerk schon einmal zwischen 37 und 39 Grad Celsius ansteigen. Achten Sie daher stets darauf, vor, danach oder gerne auch während des Laufens ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, denn dies ist für den Energietransport entscheidend und sorgt neben dem natürlichen Schwitzen vor allem bei höheren Temperaturen für einen kühlenden Ausgleich.

Das Geheimnis des Erfolgs ist: anzufangen. Nehmen Sie Ihr Herz in beide Hände, laufen Sie los und haben Sie vor allem Spaß dabei.

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