Vlasac/Cambridge

Zucht-Getreide erreichte Europa früher als gedacht

Vlasac/Cambridge. Von Menschen gezüchtete Getreidesorten haben Südosteuropa früher erreicht als bisher bekannt. Britische Forscher fanden Rückstände dieser Arten in rund 8600 Jahre alten Zähnen aus dem serbischen Donaugebiet. Damit seien solche Züchtungen in der Region fast 400 Jahre früher aufgetaucht als bisher angenommen, schreibt das Team um Emanuela Cristiani von der Universität Cambridge in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften.

Der Fund widerlegt nach Angaben der Forscher die Theorie des "Neolithischen Bündels", nach der sich typische Charakteristika der Jungsteinzeit – zum Beispiel Ackerbau und Viehzucht – gleichzeitig in Europa verbreiteten. Bislang vermuteten viele Forscher, dass die Europäer auf dem Balkan frühestens ab etwa 6200 vor Christus Getreide und domestiziertes Vieh bekamen.

Bei den Ausgrabungen fanden die Forscher jetzt im Zahnstein von fünf Menschen unter anderem Überbleibsel von Einkorn und Gerste. "Die Ablagerung mineralisierter Zahnbeläge endet mit dem Tod eines Menschen, darum versiegelt Zahnstein einzigartige Informationen", so Cristiani.

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