Hamburg

Kaltes Plasma – neue Chance im Kampf gegen Krebs?

Hamburg.  In der Medizin scheint es einen neuen Hoffnungsträger zu geben: kaltes Plasma, ein Gemisch aus geladenen Atomen, Molekülen und Elek­tronen, das sich wie ein Gas verhält. Physiker bezeichnen Plasma auch als "vierten Aggregatzustand" neben "fest", "flüssig" und "gasförmig". Auch die Sonne besteht aus Plasma.

Bereits etabliert hat sich der Einsatz von Plasma zur Behandlung von Wundheilungsstörungen und gegen Bakterien. Jetzt untersuchen Forscher, ob dieses kalte Plasma auch neue Perspektiven in der Krebstherapie eröffnet. Bekannt ist mittlerweile, dass Krebszellen, die mit kaltem Plasma behandelt werden, zwar nicht direkt zerstört werden, aber ein beschleunigtes natürliches Absterben der Tumorzellen eingeleitet wird. "Gesunde Nachbarzellen wachsen dann in den Defekt hinein", erklärte Prof. Hans-Robert Metelmann, Vorstandsvor­sitzender des Nationalen Zentrums für Plasmamedizin in Greifswald, auf
der Jahrestagung der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen am Donnerstag in Hamburg. Ob und wie man mit diesem Verfahren Tumoren verkleinern oder gar beseitigen kann, muss jetzt in intensiver Grundlagenforschung weiter untersucht werden.

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